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Umwelt+Natur

Von Löwen und Buschschweinen

In Tansania werden immer mehr Menschen Opfer von Löwen: Seit 1990 haben Attacken der Großtiere immer mehr zugenommen und endeten in 563 von 871 Fällen tödlich. Ein amerikanisch-tansanisches Forscherteam macht dafür den Anstieg der Bevölkerung und die immer geringer werdende Anzahl an Beutetieren für Löwen verantwortlich. Die Forscher erläutern in ihrer Studie, wie der Konflikt zwischen dem Schutz der Bevölkerung und der Erhaltung der Löwenpopulationen gelöst werden könnte.

563 Tote und 308 Verletzte gingen in den Jahren 1990 bis 2004 auf Angriffe von Löwen vor allem in den südlichen Gebieten Tansanias zurück. Vierzig Prozent davon ereigneten sich in der Erntesaison, wenn Bauern auf ihren Feldern übernachten. Sie versuchen so, die Ernte vor dem Buschschwein, einem nachtaktiven Getreideschädling, zu schützen. In den Gebieten, wo die meisten Buschschweine und gleichzeitig sehr wenige Beutetiere für Löwen vorkommen, konnten die Forscher auch die meisten Löwenattacken verzeichnen. Faktoren wie Bevölkerungsdichte, für den Ackerbau genutzte Fläche und die Nähe zu geschützten Gebieten hatten keinen zusätzlichen Einfluss auf die Anzahl der Angriffe.

Als Lösung für das Problem schlagen die Forscher nun vor, die Anzahl der Buschschweine zu kontrollieren. Ist ihre Zahl gering, hat das zwei positive Auswirkungen: Erstens schädigen sie die Getreideernte nicht mehr so stark. Die Bauern müssen daher nicht mehr auf dem Feld schlafen und sich nicht der erhöhten Gefahr eines Löwenangriffs aussetzen. Zweitens sind diese Gebiete für die Löwen nicht mehr so interessant, da das Buschschwein als Beute fehlt. Die Wissenschaftler hoffen, dass auf diesem Weg ein Kompromiss zwischen der Vermeidung von Löwenattacken und der Erhaltung von lebensfähigen Löwenpopulationen gefunden werden kann.

Craig Packer (Universität von Minnesota, St. Paul)et al.: Nature (Bd. 436, S. 927)

ddp/wissenschaft.de ? Eva Maria Marquart
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