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Umwelt+Natur

Von Menschen und Mücken

Britische Wissenschaftler haben entdeckt, warum einige Menschen von Stechmücken umlagert werden und andere völlig unbehelligt bleiben: Die für die Insekten unattraktiven Menschen sondern Duftstoffe ab, die sie für die Plagegeister praktisch unsichtbar machen. Die Forscher um James Logan und John Pickett von Rothamsted-Forschungsinstitut im britischen Harpenden haben bereits mehrere dieser Abwehrstoffe identifiziert und wollen nun ein natürliches Insektenschutzmittel daraus entwickeln. Das berichtet das Magazin Business des britischen Forschungsverbands für Biotechnologie und Biowissenschaften (Januar-Ausgabe).

Den Wissenschaftlern war bereits früher aufgefallen, dass in Rinderherden bei Anwesenheit bestimmter Tiere die Anzahl der Fliegen geringer ist als ohne diese Schlüsseltiere. Diese Rinder setzen andere Chemikalienmischungen frei als ihre Artgenossen, zeigte eine genauere Untersuchung. Während die von den Fliegen umschwärmten Tiere lediglich drei anziehende Duftstoffe produzierten, fanden die Forscher bei den uninteressanten Rindern zusätzlich drei Substanzen, die die Fliegen abwehrten. Ihre Schlussfolgerung: Die Abwehrstoffe maskieren die Lockstoffe, so dass diese von den Insekten nicht mehr wahrgenommen werden.

Ein ähnliches Prinzip scheint auch beim Menschen zu gelten, zeigt die neuere Studie. Dabei setzten die Wissenschaftler Stechmücken der Art Aedes aegypti, die unter anderem Gelbfieber übertragen können, in eine Y-förmige Röhre. Durch den einen Kanal ließen sie den Körpergerüche von Freiwilligen strömen, die sie mithilfe von Kunststoffschlafsäcken gesammelt hatten. Der andere Kanal enthielt einen neutralen Kontrollgeruch. Die Geruchsmischungen, die die Mücken am stärksten anzogen und abstießen, wurden anschließend in ihre Bestandteile zerlegt und getestet, welche davon eine Reaktion bei den Insekten hervorrief.

Dabei entdeckten sie, dass für Insekten attraktive und nicht so attraktive Menschen tatsächlich unterschiedliche Mischungen von Geruchststoffen produzieren. Einige dieser Wirkstoffe konnten die Forscher bereits isolieren. Welche das sind, wollen sie aus patentrechtlichen Gründen jedoch nicht verraten, da sie aus der Mischung ein für Menschen geruchsloses, natürliches Insektenschutzmittel entwickeln wollen.

ddp/wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel
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