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Umwelt+Natur

Von wegen Schlabbern!

Auch wenn es bei der Katze eleganter wirkt ? Hunde nutzen beim Trinken die gleiche Technik wie die Samtpfoten: Um Flüssigkeiten ins Maul zu befördern, bedienen sich beide Haustiere in ähnlicher Weise der Gesetze von Massenträgheit, Gravitation und Adhäsion. Bisher war dieses raffinierte System nur bei der Katze dokumentiert, jetzt haben US-Forscher gezeigt, dass auch Hunde dieses Prinzip anwenden und nicht nur wild schlabbern, wie zuvor angenommen.

Beide Vierbeiner knicken ihre Zunge beim Trinken leicht ab, so dass die Oberfläche der Zunge parallel auf die Wasseroberfläche trifft. Durch die Adhäsionskräfte ihrer Zungenoberfläche reißen sie beim Zurückziehen der Zunge nun einen Wasserstrom nach oben, in Richtung Maul. Kurz bevor die Erdanziehung die Wassersäule wieder nach unten zieht, schnappen die Tiere dann zu und versorgen sich mit dem kostbaren Nass. Diese Technik haben A. W. Crompton und Catherine Musinsky von der Harvard University in Cambridge nun beim Hund nachgewiesen. Sie nutzten dafür Zeitlupenstudien und Röntgenaufnahmen, um auch Einblicke in die verborgenen Bewegungen von Kiefer und Zunge zu gewinnen.


Video: Zeitlupenaufnahme eines trinkenden Hundes. Credit DiscoveryNetworks

Die Forscher kamen dabei zu ähnlichen Ergebnissen wie ihre Kollegen um Roman Stocker vom Zoo in Boston, die ihre Studie über das Trinkverhalten von Katzen im vergangenen November im Wissenschaftsmagazin ?Science? präsentiert haben. Dieses Forscherteam hatte damals behauptet, das Trinksystem der Hunde sei deutlich primitiver als das der Katzen: Das Schlabbern sei nur eine Art Löffeln über die Strukturform der abgeknickten Zunge. Zur Ehrenrettung der Hunde sei nun aber klar, dass auch Hunde Meister der Hydrodynamik sind, schreiben A. W. Crompton und Catherine Musinsky.

A. W. Crompton und Catherine Musinsky „Biology Letters“, doi: 10.1098/rsbl.2011.0336 P. M. Reis et al. „Science“, (doi:10.1126/science.1195421) wissenschaft.de ? Martin Vieweg
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