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Wann Stillen schlau macht

Stillen fördert möglicherweise nur bei Kindern mit einer bestimmten genetischen Ausstattung die Intelligenz. Bei Kindern mit einer Genvariante namens FADS2 ist der Intelligenzquotient (IQ) im Schnitt um knapp sieben Punkte höher, wenn sie gestillt werden, berichten britische Wissenschaftler. Bei Kindern ohne diese Genvariante hat das Stillen hingegen keinen Einfluss auf den IQ, zeigen zwei Studien mit mehr als 3.000 Kindern.

Die Forscher wurden auf das Gen FADS2 aufmerksam, weil es den Bauplan für ein Enzym trägt, das hilft, Fettsäuren in zwei bestimmte mehrfach ungesättigte Fettsäuren umzuwandeln. Diese Fettsäuren sammeln sich schon während der ersten Monate nach der Geburt im Gehirn an. Es ist zwar letzten Endes noch nicht belegt, ob eine Ergänzung dieser Fettsäuren auf die Hirnleistung von Menschen einen Einfluss hat. Laboruntersuchungen, bei denen Nagetieren und Primaten mit zusätzlichen Fettsäuren gefüttert wurden, führten aber zu einer erhöhten Konzentration dieser Fettsäuren im Gehirn und zu einem gesteigerten Geschick in Tests, die Lernen, Gedächtnis und Problemlösungsvermögen untersuchten.

Neunzig Prozent der Kinder, die in den beiden Studien mitgewirkt hatten, hatten mindestens eine Kopie der sogenannten C-Version des Gens FADS2, und erreichten einen höheren IQ, wenn sie gestillt wurden. Bei den verbleibenden zehn Prozent mit der G-Version des Gens zeigte sich durchs Stillen hingegen kein IQ-Vorteil.

„Es gab einige Kritik zu früheren Studien über Stillen und IQ, beispielsweise dass der sozioökonomische Status oder der IQ der Mutter oder weitere Faktoren außer Acht gelassen wurden“, berichtet Terrie Moffitt vom King’s College in London. Ihre Studien würden nun aber diese Kritik umgehen, da sie einen physiologischen Mechanismus für den IQ-Unterschied aufzeigen. Die Ergebnisse unterstützen die Idee, dass Inhaltsstoffe der Muttermilch zur Entwicklung der Intelligenz beitragen, erklärt Moffitt.

Avshalom Caspi (King’s College in London) et al.: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0704292104 ddp/wissenschaft.de ? Gesa Graser
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