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Warum Äpfel in Zukunft nach Oregano schmecken

Eine dünne Schutzschicht aus Apfelmus und Oregano-Öl kann Krankheitskeime von Obst und Gemüse fernhalten. Die antibakteriellen Bestandteile des Kräuteröls töten dabei gefährliche Bakterienstämme wie bestimmte Arten von Escherichia coli ab. Das haben amerikanische und spanische Forscher um Tara McHugh von der amerikanischen Lebensmittelbehörde USDA herausgefunden. Die Lebensmittel können in die Apfelmus-Öl-Mischung getaucht oder damit besprüht werden. Obst und Gemüse erhalten durch die essbare Schutzschicht sogar eine Aufwertung, da diese zusätzliche Nährstoffe und Vitamine enthalte, betonen die Forscher.

Schon in früheren Studien hatten die Forscher um McHugh schon hauchdünne Schutzschichten aus dem Mus verschiedener Obst- und Gemüsesorten untersucht. Allerdings hatten diese noch keine antibakteriellen Eigenschaften. Um das zu erreichen, untersuchten McHugh und ihre Kollegen Schichten mit verschiedenen bekannten bakterienhemmenden Zutaten wie Oregano-, Zimt- und Zitronengrasöl. Sie mischten Apfelmus, jeweils eines dieser Öle und Bakterien von einem bestimmten E. coli-Stamm, der potenziell tödliche Vergiftungserscheinungen hervorrufen kann. Durch Trocknen erhielten die Forscher eine feste Testschicht, auf der sie das Wachstum der Bakterien beobachteten.

Jedes der Öle konnte das Bakterienwachstum deutlich reduzieren, zeigte die Auswertung. Das Oregano-Öl schnitt dabei am besten ab, während die reine Apfelmusschicht ohne Ölzugabe keinerlei antibakterielle Wirkung zeigte. Die Forscher wollen nun untersuchen, ob die Schichten auch andere Krankheitskeime wie Salmonellen abtöten. Wenn auch diese Versuche ein positives Ergebnis zeigen, könnten Verbraucher schon in einigen Jahren in Obst und Gemüse mit der essbaren Schutzschicht beißen, hoffen die Forscher. Der aktuelle Favorit schmeckt zwar noch etwas nach Oregano, doch könne dies gerade Salaten eine interessante Geschmacksnote verleihen, sagen die Forscher.

Mitteilung der Amerikanischen Chemischen Gesellschaft Originalarbeit der Forscher: Maria Rojas-Graü (Universität von Lleida) et al.: Journal of Agricultural and Food Chemistry, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1021/jf061717u S0021-8561(06)01717-1 ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer
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