Warum Alkohol nicht sprachlos macht - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Gesundheit+Medizin Umwelt+Natur

Warum Alkohol nicht sprachlos macht

Alkoholiker schädigen ihr Gehirn massiv, die sprachlichen Fähigkeiten werden davon jedoch kaum beziehungsweise erst in einem sehr späten Stadium beeinträchtigt. Auf der Suche nach einer Erklärung dafür haben Forscher nun die Gehirnaktivität von Alkoholikern untersucht und kommen zu dem Schluss, dass andere Hirnareale einspringen, um Schäden am Sprachzentrum auszugleichen ? auf Kosten anderer geistiger Prozesse, die gewöhnlich während des Sprechens ablaufen, vermuten die Wissenschaftler.

Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass dauerhafter Alkoholkonsum den Frontallappen und das Kleinhirn beschädigt, erklären die Forscher. Obwohl diese Gehirnregionen bekanntermaßen an der Sprachverarbeitung beteiligt seien, bliebe die Fähigkeit, zu sprechen und Gesprochenes zu verstehen, bei Alkoholikern weitgehend erhalten.

In ihrem Experiment beobachteten die Forscher die Gehirnaktivität von 12 Alkoholikern sowie 12 gesunden Menschen, während diese sprachliche Aufgaben bewältigten. Was Leistungsmerkmale wie Fehler und Reaktionszeiten betrifft, schnitten die beiden Gruppen etwa gleich ab. Jedoch zeigte das Gehirn der Alkoholiker stärkere Aktivitäten außerhalb der typischen Sprachregionen. Die Forscher schließen daraus, dass sich diese Regionen an der Sprachverarbeitung beteiligen, um Schäden auszugleichen und die sprachliche Fähigkeit zu erhalten. Die eigentliche Aufgabe dieser Regionen sei dadurch vermutlich beeinträchtigt.

Jean-Luc Martinot (Université Paris Descartes) et al.: Alcoholism: Clinical & Experimental Research (Online-Vorabveröffentlichung) ddp/wissenschaft.de ? Martin Rötzschke
Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Chor|da|te  〈[kr–] m. 17; Zool.〉 Angehöriger eines Tierstammes aus der Gruppe der Rückenmarktiere, deren Kennzeichen die Chorda dorsalis ist: Chordata; Sy Chordatier ... mehr

Ma|ri|o|net|ten|the|a|ter  〈n. 13〉 Theater, in dem mit Marionetten Puppenspiele aufgeführt werden

Land|schaft  〈f. 20〉 1 geografisches Gebiet mit bestimmter, von der Natur geprägter Eigenart 2 freies Land, Gegend ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige