Warum Blumen nach der Befruchtung nicht mehr duften - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Umwelt+Natur

Warum Blumen nach der Befruchtung nicht mehr duften

Nicht die Bestäubung, sondern erst die Befruchtung lässt Blumenduft nach einem Bienenbesuch verschwinden. Was genau nach Bestäubung und Befruchtung von Petunien und Löwenmäulchen passiert, beschreiben amerikanische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Plant Cell (Online-Vorabveröffentlichung vom 20. November).

Für den intensiven Blütenduft von Petunien und Löwenmäulchen ist im wesentlichen eine Substanz namens Methylbenzoat verantwortlich. Für deren Produktion wendet die Pflanze viel Energie auf ? mit dem Ziel, Insekten anzulocken und von ihnen bestäubt zu werden. Hat diese Strategie Erfolg, stellt die Blume auch die Methylbenzoat-Herstellung ein. Bisher war jedoch unklar, ob bereits das Ablegen der Pollen auf dem Stempel oder erst die eigentliche Befruchtung das entscheidende Signal liefert.

Natalia Dudareva von der Purdue-Universität in West Lafayette und ihre Kollegen können diese Frage nun beantworten: Nachdem ein Pollenkorn auf die Narbe des Blütenstempels aufgebracht wird, bildet sich der so genannte Pollenschlauch, der dem Samen den Zugang zu den Eizellen im Fruchtknoten ermöglicht. Erst wenn dieser Schlauch die Eizellen erreicht, wird die Duftstoffproduktion eingestellt.

Dabei verfolgen Löwenmäulchen und Petunien unterschiedliche Strategien: Während Petunien das Pflanzenhormon Ethylen freisetzen, das anschließend ein wichtiges Gen für die Herstellung von Methylbenzoat blockiert, verändern Löwenmäulchen das Verhältnis von Ausgangsstoffen und Abfallprodukten der Duftstoffherstellung und blockieren so die Produktion.

Trotz des hohen Energieaufwandes sei es für die Pflanzen sehr wichtig, den Duftstoff erst dann nicht mehr herzustellen, wenn die Befruchtung tatsächlich erfolgt sei, erklärt Studienleiterin Dudareva. „Selbst wenn die Pollenkörner die Narbe erreichen, kann immer noch etwas schief gehen. Würden die Blumen die Produktion dann schon einstellen, könnten sie keine weiteren Insekten mehr anlocken und sich nicht weiter vermehren.“ Die Ergebnisse der Wissenschaftler könnten beispielsweise der Blumenindustrie dabei helfen, hochgezüchtete Blumen intensiver duften zu lassen.

Anzeige

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung

Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Anzeige

Bücher

Wissenschaftslexikon

Maul|wurf  〈m. 1u; Zool.〉 Angehöriger einer Familie der Insektenfresser mit kleinem Körper, kurzem, grauem Pelz, rudimentären Augen u. schaufelförmigen Grabbeinen, der unter der Erde lebt u. beim Graben Erdhügel aufwirft: Talpidae [<ahd. moltwerf ... mehr

Com|pu|ter|bild|schirm  〈[–pju–] m. 1; IT〉 Bildschirm, Monitor eines Computers

spar|tie|ren  〈V. t.; hat; Mus.〉 ein Musikwerk, von dem nur einzelne Stimmen vorhanden sind, ~ in Partitur setzen [<ital. spartire ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige