Warum Chihuahuas klein und Doggen groß sind - wissenschaft.de
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Warum Chihuahuas klein und Doggen groß sind

Ein einzelnes Gen könnte für den zum Teil enormen Größenunterschied zwischen verschiedenen Hunderassen verantwortlich sein. Das schließen amerikanische Forscher aus einer Studie, in der sie das Erbgut unterschiedlich großer Hunde verglichen haben. Dabei stießen sie auf einen charakteristischen Unterschied zwischen kleinen und großen Hunden: Die kleinen Tiere besaßen eine andere Variante eines Gens namens Igf-1 in ihrem Erbgut als die großen. Dieses Gen ist zuständig für die Produktion eines Wachstumsfaktors und wurde bereits früher mit der Körpergröße von Tieren in Zusammenhang gebracht, erklären die Forscher um Nate Sutter vom Nationalen Humangenom-Forschungsinstitut.

Um dem Geheimnis der Größenunterschiede zwischen den verschiedenen Hunderassen auf die Spur zu kommen, verglichen Sutter und seine Kollegen zuerst unterschiedlich große Tiere einer einzigen Rasse miteinander. Dazu ordneten sie 500 portugiesische Wasserhunde auf der Basis von Röntgenbildern und Skelettmessungen entweder der Kategorie „groß“ oder „klein“ zu. Anschließend suchten die Wissenschaftler nach charakteristischen Erbgutunterschieden zwischen den beiden Gruppen. Dabei verwendeten sie die Daten des im vergangenen Jahr veröffentlichten Hundegenoms, um die vielversprechendsten Erbgutregionen auszumachen.

Einer der wenigen Unterschiede, die die Genforscher zwischen den einzelnen Individuen bei den portugiesischen Wasserhunden fanden, war die Form des Igf-1-Gens. Dass dieses Gen einen Einfluss auf die Körpergröße haben kann, ist schon von Mäusen bekannt: Wird es ausgeschaltet, bleiben die Nager ungewöhnlich klein. Um zu testen, ob dieser vielversprechende Genkandidat auch bei den Hunden für die Körpergrößenvariation verantwortlich ist, untersuchten die Forscher zusätzlich noch 350 Hunde verschiedener Arten ? vom kleinen Zwergspitz bis zur vergleichsweise riesigen Deutschen Dogge. Das Ergebnis: Alle 18 kleinen Hunderassen besaßen genau die gleiche Igf-1-Variante wie die kleinen portugiesischen Wasserhunde, wohingegen diese Genform bei den 15 großen Rassen praktisch gar nicht vorkam.

Demnach spielt das Igf-1-Gen tatsächlich eine Schlüsselrolle bei der Frage, wie groß ein Hund werden kann ? wahrscheinlich, indem es die Menge des betreffenden Wachstumsfaktors steuert, schreiben die Forscher. So findet sich im Blut kleiner portugiesische Wasserhunde beispielsweise weniger davon als bei großen. Die Wissenschaftler hoffen nun, mit einem ähnlichen Ansatz unter anderem die Ursachen für typische Hundekrankheiten finden zu können.

Nature, Online-Dienst ddp/wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel
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