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Warum es Arterien in Frauenkörpern besser geht

Amerikanische Forscher haben einen der Schlüsselfaktoren dafür gefunden, warum Männer viel häufiger an Aorten-Aneurysmen leiden als Frauen: Das weibliche Geschlechtshormon Östradiol schützt vor der Bildung der beulenartigen Ausstülpungen der Körperarterien, indem es die Menge eines gefäßzerstörenden Enzyms reduziert. Das berichteten Gilbert Upchurch und sein Team von der Universität von Michigan in Ann Arbor auf einer Konferenz des American College of Surgeons in New Orleans.

Bereits in früheren Studien hatten die Wissenschaftler entdeckt, dass die Bildung der Gefäßaussackungen stark davon abhängt, ob sich die Arterie in einem männlichen oder einem weiblichen Körper befindet. Wurde beispielsweise männlichen und weiblichen Ratten ein Stoff verabreicht, der die Aneurysmenbildung künstlich auslöst, entwickelten 82 Prozent der Männchen, aber nur 29 Prozent der Weibchen ein Aneurysma. Dabei spielte die Herkunft des Gefäßgewebes keine Rolle, zeigten weitere Untersuchungen: Wurden nämlich Stücke einer weiblichen Aorta in ein Männchen verpflanzt, bildeten sich dort genauso die geschwächten Stellen wie bei männlichen Gefäßproben. Umgekehrt war männliches, in eine weibliche Ratte eingepflanztes Gewebe vor Aneurysmen geschützt.

Hauptursache dafür ist offenbar das weibliche Geschlechtshormon Östradiol und sein Einfluss auf ein Protein namens MMP-9, entdeckten die Forscher in der neuen Studie. Sie fanden in Zellen aus der Aorta männlicher Ratten im Vergleich zu denen aus weiblichen Ratten eine mehr als doppelt so hohe Konzentration des Enzyms, das die Zellen der Aortawände zerstört und sie dadurch schwächt. Behandelten sie jedoch die Rattenmännchen mit Östradiol, nahm die MMP-9-Aktivität deutlich ab.

Studienleiter Upchurch warnt jedoch davor, die Ergebnisse direkt auf den Menschen zu übertragen. Nach wie vor gebe es keine wirkungsvolle Behandlung für die Gefäßerkrankung, und auf keinen Fall solle jetzt jeder Östrogene nehmen, um sich vor Aneurysmen zu schützen. Upchurch hofft jedoch, mithilfe der genauen Kenntnis der Bildungsmechanismen irgendwann dazu beitragen zu können, eine solche Therapie zu entwickeln.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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