Warum manche Portraits den Betrachter immer anschauen - wissenschaft.de
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Warum manche Portraits den Betrachter immer anschauen

Wenn der Blick eines auf einem Portraits dargestellten Menschen jede Bewegung zu verfolgen scheint, hat das eine ganz natürliche Ursache: Der Portraitierte muss lediglich geradeaus schauen, hat ein amerikanisch-niederländisches Psychologenteam gezeigt. Das meldet die Staatsuniversität von Ohio in Columbus.

Der Grund dafür ist ebenso simpel, berichten James Todd und seine Kollegen. Egal aus welchem Blickwinkel ein Bild betrachtet wird ? das zweidimensionale Bild bleibt stets das selbe. Licht und Schatten, perspektivisch ferne und nahe Punkte ändern sich nicht. „Wenn eine Person in einem Gemälde geradeaus schaut, wird sie immer so aussehen, unabhängig von dem Winkel, aus dem sie betrachtet wird“, erklärt Todd. Trotzdem wird die Wahrnehmung genauso interpretiert, als ob es sich um ein reales Objekt handeln würde. „Darum scheinen die Augen einem zu folgen, wenn man den Blickwinkel verändert.“

Für ihre Studie betrachteten Todd und seine Kollegen aus den Niederlanden ein Bild auf einem Computerbildschirm aus verschiedenen Perspektiven. Die Abbildung zeigte die Schwarzweißaufnahme einer medizinischen Torsoskulptur, die in einem reich verzierten Goldrahmen vor einer Backsteinwand zu hängen schien. Die Psychologen interessierten sich insbesondere dafür, ob die perspektivische Lage bestimmter Bildpunkte relativ zu anderen Nachbarpunkten gleich bleiben würde, wenn sich der Blickwinkel verändert. Außerdem wollten sie bestimmen, ob die Wahrnehmung der Tiefe in unterschiedlichen Bereichen des Bildes vom Blickwinkel beeinflusst wird.

„Es stellte sich heraus, dass eine Veränderung der Blickrichtung einen bemerkenswert geringen Effekt auf die Wahrnehmung des Betrachters hatte“, sagt Todd. Weiter entfernte und nähere Bildpunkte und das gesamte Relief des Objekts blieben im Verhältnis zueinander gleich. Dass der Torso aus flacheren Blickwinkeln ein wenig gequetscht aussah, war der einzige Unterschied, den die Forscher feststellen konnten.

ddp/bdw ? Cornelia Dick-Pfaff
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