Warum Muttermilch besser ist als Kuhmilch - wissenschaft.de
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Warum Muttermilch besser ist als Kuhmilch

Forscher haben entdeckt, warum Muttermilch Babys besser als Kuhmilch vor Durchfall und anderen Magen-Darm-Infektionen schützt: Die Oberfläche der winzigen Fetttröpfchen in der Muttermilch hat eine ganz besondere Struktur, an die sich krankmachende Keime anheften können. Damit kann die Milch potenziell krankmachende Erreger im Magen-Darm-Trakt des Kindes abfangen und so verhindern, dass diese die Schleimhäute angreifen. Die Fetttröpfchen in der Kuhmilch besitzen hingegen eine anders zusammengesetzte Hülle, die nicht in der Lage ist, die Keime unschädlich zu machen.

Eine ganze Reihe von Studien hat in der Vergangenheit bereits den positiven Einfluss des Stillens auf das Verdauungssystem gezeigt. So neigen gestillte Kinder weniger zu Durchfällen und anderen Magen-Darm-Erkrankungen und entwickeln eine gesündere Darmflora als Säuglinge, die mit Kuhmilchprodukten ernährt werden. Um zu klären, wie dieser Unterschied zustande kommt, untersuchten Nicole Wilson und ihr Team nun den Fettanteil in beiden Milchsorten. Im Fokus der Forscher stand dabei die Hülle aus Eiweißen, Kohlenhydraten, Cholesterin und anderen Fettbausteinen, die jedes Fettkügelchen in Milch ? einer Emulsion aus Fetttröpfchen und Wasser ? umgibt. Sie dient dazu, das Innere des Tröpfchens vor der Zersetzung durch Enzyme oder chemischen Reaktionen zu schützen und hält die Emulsion stabil.

Der Vergleich zeigte: Vor allem die sogenannten Glykoproteine ? Eiweiße, an die Zuckerketten angekoppelt sind ? unterschieden sich erheblich zwischen Kuh und Mensch. Die beim Menschen vorkommenden Varianten, nicht jedoch die der Kuh, ähneln dabei der Struktur bestimmter Erkennungsstellen in der Darm- und Magenschleimhaut, an die Krankheitserreger wie der Magenkeim Helicobacter pylori andocken können.

Das führt nach Ansicht der Forscher wahrscheinlich dazu, dass die Milchpartikel die schädlichen Bakterien und Viren an sich binden, bevor diese sich in der Schleimhaut festsetzen können, und sie so aus dem Verkehr ziehen. Zudem scheinen die Glykoproteine auch das Wachstum von solchen Mikroben zu fördern, die Bestandteil einer gesunden Darmflora sind. Zusammengenommen stützten diese Ergebnisse die These, dass Muttermilch dem kindlichen Körper einen besseren Schutz bietet als Kuhmilch, so das Fazit der Forscher.

Nicole Wilson (Proteome Systems Limited, North Ryde, Australia) et al.: Journal of Proteome Research, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1021/pr700793k ddp/wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel
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