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Umwelt+Natur

Warum Streifenhörnchen nicht über die Straße laufen

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Kleine Säugetiere meiden freie Plätze wie Straßen und bleiben lieber im Schutz der Vegetation. Bild: Mdf, wikipedia.org
Kleine Säugetiere meiden Straßen wegen der offenen Fläche und nicht aufgrund des Verkehrs. Das berichten kanadische Wissenschaftler, die das Verhalten von gut vierhundert Streifenhörnchen und Weißfußmäusen in der Natur beobachtet haben. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Tier einen bestimmten Ort erreicht, hängt von der Anzahl der zu querenden Straßen ab und nicht davon, wie stark die Straßen befahren sind, fanden die Forscher um Lenore Fahrig aus Ottawa heraus.

Straßen teilen natürliche Lebensräume und trennen Tierpopulationen, was gravierende Auswirkungen auf bedrohte Tierarten haben kann. Studien an Amphibien und Reptilien zeigten eine besorgniserregende Sterberate durch den Straßenverkehr, erläutert Fahrig. Kleine Säugetiere scheinen hingegen den Autos besser ausweichen zu können. Trotzdem meiden sie Straßen und überqueren diese nur zögerlich. Bislang wussten Forscher nicht, ob die Ursache dafür die Straße selbst ist oder die lärmenden Autos darauf.

Um das zu klären, markierte das Team aus Biologen Streifenhörnchen (Tamias striatus) und Weißfußmäuse (Peromyscus leucopus), die sie dadurch verfolgen konnten. Die Forscher setzen die Tiere an Orten aus, an denen die Säuger durch eine unterschiedliche Zahl von Straßen von ihrer Heimat getrennt waren, und beobachteten dann, wie sich die Straßen und die Stärke des Verkehrs auf das Heimkommen der Tiere auswirkten.

Einige der Straßen, die zu queren waren, werden sehr wenig befahren, andere werden täglich von mehr als 15.000 Fahrzeugen genutzt. War keine Straße zu überqueren, fanden knapp achtzig Prozent der Tiere zurück. Wenn eine Straße passiert werden musste, waren es noch gut fünfzig Prozent. Bei mehreren Straßen sank die Wahrscheinlichkeit, dass die Tiere ans Ziel kamen, mit jedem Verkehrsweg um die Hälfte.

Die Verkehrsdichte hatte jedoch keinen Einfluss auf die Anzahl, berichten die Wissenschaftler. Der Lärm und der Verkehr stelle für die Tiere kein Problem dar, so die Forscher. Denn in Gebieten, die an Straßen angrenzen, lebten ebensoviele Kleinsäuger wie in Gebieten weit abseits von Straßen. „Sie meiden gepflasterte Straßen, aber es macht ihnen nichts aus, in ihrer Nähe zu sein“, erklärt Fahrig.

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Große Tiere zum Beispiel verhalten sich anders: Studien zeigen, dass Straßenverkehr Elche, Hirsche und Rehe abschreckt. Naturschützer haben eine Vielzahl von Ansätzen, um die Wanderung von Tieren weiterhin zu ermöglichen wie das Sperren von Straßen, die Kontrolle des Verkehrs oder den Bau von Tunneln. Aber bislang gibt es noch keine einheitliche Lösung, die auf alle Tierarten passe, erläutert Fahrig.

Nature, Onlinedienst Originalarbeit: Rachelle Mcgregor (Carleton Universität, Ottawa) et al.: Journal of Applied Ecology, Onlinevorabveröffentlichung, DOI: 10.1111/j.1365-2664.2007.01403.x ddp/wissenschaftde ? Gesa Graser
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