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Was der Alkohol von gestern morgen anrichtet

Häufiger Alkoholgenuss im mittleren Lebensalter vermindert die geistigen Fähigkeiten im Alter. Auf diesen Zusammenhang deuten die Ergebnisse einer großen statistischen Studie schwedischer und finnischer Wissenschaftler hin. Die Forscher fanden ein deutlich erhöhtes Risiko für eine geistige Beeinträchtigung im Alter sowohl bei den Teilnehmern, die in der Vergangenheit häufig getrunken hatten, als auch bei denen, die überhaupt keinen Alkohol anrührten. Das berichten Tiia Anttila vom Karolinska-Institut in Stockholm und ihre Kollegen in der Fachzeitschrift British Medical Journal (Bd. 329, S. 541). Ob jedoch tatsächlich der Alkohol der entscheidende Faktor war oder ob eher die generellen Lebensumstände die wichtigere Rolle spielen, können die Forscher noch nicht sagen.

Die Wissenschaftler untersuchten die geistige Leistungsfähigkeit von mehr als 1.000 Freiwilligen, die vor mehr als zwanzig Jahren mit einem Durchschnittsalter von 48 an einer Studie zum Thema Altern und Demenz teilgenommen hatten. Je nachdem, welchen Alkoholkonsum die Teilnehmer bei der früheren Befragung angegeben hatten, wurden sie in drei Kategorien eingeteilt: abstinent, seltener Alkoholgenuss und häufiger Alkoholgenuss.

Am besten für die geistige Leistungsfähigkeit war demnach der seltene Alkoholkonsum, ergab die Auswertung der Daten: Bei Probanden, die in der Vergangenheit maximal einmal im Monat Alkohol zu sich genommen hatten, fanden die Forscher nur etwa halb so häufig geistige Beeinträchtigungen wie in den anderen beiden Gruppen. Anders verhielt es sich jedoch mit dem Risiko, an einer echten Demenz wie beispielsweise Alzheimer zu erkranken: Hier hatte der Alkoholkonsum keinen Einfluss auf die Häufigkeit. Lediglich bei Probanden mit einer bestimmten genetischen Veranlagung stieg das Risiko für eine Demenzerkrankung mit der Alkoholmenge an.

Warum genau ein Gläschen Alkohol hin und wieder einen positiven Einfluss auf die geistigen Fähigkeiten im Alter hat, können die Wissenschaftler nicht sagen. Möglicherweise spiegeln die Trinkgewohnheiten auch nur bestimmte Lebensumstände wider, die sich günstig auswirken. „Wir möchten daher auf keinen Fall die Menschen dazu ermutigen, mehr Alkohol zu trinken, weil sie glauben, sie würden sich damit vor Demenz schützen“, schreiben Anttila und ihre Kollegen.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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