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Was der Spätfilm mit der Pubertät zu tun hat

Wenn Kinder bis spät in die Nacht wach bleiben, könnte das die Pubertät früher einsetzen lassen. Verbringen sie am Abend etwa sehr viel Zeit mit Fernsehen oder Videospielen, produziert ihr Körper weniger Melatonin. Dieses Hormon beeinflusst den Schlaf und das Einsetzen der Pubertät. Der Entzug von Fernseher und Computer führt dazu, dass die Melatoninproduktion wieder ansteigt, haben italienische Forscher herausgefunden. Das berichtet der Online-Dienst des britischen Wissenschaftsmagazins „New Scientist“.

„Mädchen kommen heute früher in die Pubertät als in den 50er Jahren“, sagt Roberto Salti von der Universität Florenz. Das könne einerseits daran liegen, dass sie durchschnittlich an Gewicht zugelegt haben. Ein weiterer möglicher Grund sei jedoch ein reduzierter Melatoninspiegel, erklärt der Forscher. So legen Tierversuche nahe, dass niedrige Melatoninwerte eine wichtige Rolle beim frühen Beginn der Pubertät spielen.

Salti und seine Kollegen untersuchten insgesamt 74 Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren. Gewöhnlich schauten die jungen Probanden am Abend zwischen 8 und 24 Uhr für etwa drei Stunden fern. In der Woche vor der Untersuchung ermunterten die Wissenschaftler sie jedoch, mehr als sonst fernzusehen. Danach verordneten sie sieben Tage Fernsehverbot. Außerdem wurden die Familien der Kinder gebeten, künstliches Licht in dieser Zeit insgesamt zu reduzieren. Am Ende dieser Woche waren die Melatoninspiegel der Kinder durchschnittlich um ein Drittel angestiegen, fanden die Forscher. Bei jüngeren Kindern war der Effekt am stärksten.

Bislang ist über den Mechanismus der Melatoninproduktion wenig bekannt. Forscher vermuten jedoch, dass viel künstliches Licht die Produktion des Hormons verringert. Ein regelmäßiger Tag-Nacht-Rhythmus verstärkt sie hingegen.

ddp/bdw ? Cornelia Dick-Pfaff
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