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Was Kirschen mit Sport zu tun haben

Kirschsaft vor und nach dem Sport hält die Muskeln fit und kann Muskelkater vorbeugen. Darauf deutet eine kleine Studie amerikanischer Wissenschaftler mit 14 Freiwilligen hin. Die Sportler hatten drei Tage vor und vier Tage nach dem Training zweimal täglich je 0,34 Liter mit Apfelsaft verdünnten Kirschsaft getrunken und wurden danach auf ihre Leistungsfähigkeit und auf Muskelschmerzen getestet. Für den positiven Effekt sind wohl Antioxidantien und entzündungshemmende Stoffe im Kirschsaft verantwortlich.

Die Hälfte der Probanden erhielt bei den Tests eine Art Placebo-Getränk, das mit Farbstoff, Geschmacksstoffen und Zucker versehen und so echtem Kirschsaft zum Verwechseln ähnlich war. Die Freiwilligen absolvierten ihre Übungen an einem Trainingsgerät, an dem sie ungewohnte Bewegungen auszuführen hatten. Die Wissenschaftler um Declan Connolly maßen vor und in den Tagen nach dem Training die Spannung, Bewegungsfähigkeit und Kraft der Muskeln. Auch ließen sie die Probanden mögliche Muskelschmerzen auf einer Skala von eins bis zehn bewerten. Alle Experimente wiederholten die Wissenschaftler zwei Wochen später, wobei nun alle Sportler, die zuvor den Kirschsaft getrunken hatten, das Placebo-Getränk bekamen.

Der Kirschsaft wirkt sich vor allem positiv auf die Muskelkraft aus, ergab die Auswertung: Während sie bei den Placebo-Trinkern nach dem Training um 22 Prozent absank, fiel sie bei den Kirschsaft-Konsumenten nur um etwa 4 Prozent ab. Dieser schützende Effekt hielt noch 96 Stunden nach dem Training an. Auch bei den Muskelschmerzen zeigte sich ein deutlicher Unterschied zwischen beiden Gruppen. So lag der durchschnittliche Schmerzindex mit Kirschsaft niedriger, und der Höhepunkt des Schmerzes war bereits nach 24 Stunden überschritten, während die Konsumenten des Placebo-Getränks erst nach 48 Stunden von einem Abklingen des Schmerzes berichteten.

Kirschsaft sei ein im Vergleich zu anderen Mitteln sehr effektives Getränk zur Vorbeugung und Behandlung von Muskelschäden, schließen die Forscher aus den Ergebnissen. Sie führen die Schutzwirkung auf die in dem Obst enthaltenen entzündungshemmenden Stoffe zurück. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass der Konsum von 45 Kirschen pro Tag nachweislich die Konzentration von Substanzen im Blut senkt, die bei Entzündungsreaktionen entstehen.

Declan Connolly (Universität von Vermont, Burlington) et al.: British Journal of Sports Medicine, Online-Vorabveröffentlichung, doi.10.1136/bjsm2005.025429 ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald
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