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Was Passivrauchen mit der Lunge anstellt

US-Radiologen ist es gelungen, die Folgen des Passivrauchens in der Lunge sichtbar zu machen: Sie konnten mit Hilfe der Magnetresonanztomographie zeigen, dass Passivrauchen sowohl zu Verengungen der Luftwege als auch zu Aussackungen und Löchern in den Gefäßen führen kann. Die gleichen Veränderungen lassen sich auch bei Rauchern nachweisen und führen meist entweder zu irreparablen Schäden an den Lungenbläschen oder einer chronischen Bronchitis, die die Leistungsfähigkeit der Lunge ebenfalls reduziert.

Um die feinen Verästelungen der Lungengefäße sichtbar zu machen, benutzten die Forscher einen Trick: Sie ließen ihre Probanden ? 7 Raucher und 36 Nichtraucher, von denen die Hälfte häufig Zigarettenrauch ausgesetzt war ? das ungiftige Edelgas Helium einatmen und machten anschließend eine Serie von Aufnahmen des Brustkorbs. Das Helium wirkte als Kontrastmittel, dessen Verteilung mit Hilfe der Bilder gut nachvollzogen werden konnte. Dabei gab die Geschwindigkeit, mit der es sich durch die Lunge bewegte, Auskunft über den Zustand des Gewebes.

Bei 57 Prozent der Raucher und 33 Prozent der Passivraucher, die häufig Zigarettenrauch ausgesetzt waren, wanderte das Gas deutlich schneller durch die Lungenbläschen und -gefäße als bei den Nichtrauchern, zeigte die Auswertung ? ein Hinweis darauf, dass das Gewebe bereits geschädigt war und sich möglicherweise ein Lungenemphysem, also eine krankhafte Überblähung der Lunge, entwickelte. Bei zahlreichen Passivrauchern war jedoch auch der umgekehrte Effekt zu sehen: Das Helium verteilte sich messbar langsamer als bei den anderen Nichtrauchern. Das könnte nach Ansicht der Forscher ein Anzeichen für die Entwicklung eines Lungenproblems wie Asthma oder einer chronischen Bronchitis sein, bei dem sich die Atemwege verengen.

Die Methode eigne sich demnach, Veränderungen der Lunge durch Rauchen oder eben auch Passivrauchen schon in frühen Stadien sichtbar zu machen, erklärten die Forscher. „Wir hoffen, dass unsere Arbeit verwendet werden kann, um die Gesetzgebung zur Einschränkung des Passivrauchens in Schwung zu bringen“, lautet ihr Fazit. Schätzungen zufolge sterben in Deutschland jedes Jahr mehr als 3.300 Nichtraucher durch Passivrauchen. Zudem gilt es als verantwortlich für die Entwicklung zahlreicher Fälle von Herzproblemen, Schlaganfällen und chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD).

Chengbo Wang (Children’s Hospital of Philadelphia) et al.: Beitraug auf dem Jahrestreffen der Radiologischen Gesellschaft von Nordamerika, Chicago ddp/wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel
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Iod  〈n.; –, unz.; Chem.; fachsprachl.〉 = Jod

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