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Umwelt+Natur

Was Robben den Weg weist

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Robben lassen sich von den Sternen den Weg weisen.
Robben können sich auf längeren Reisen fernab der Landmassen an den Sternen orientieren. Darauf deuten Experimente dänischer und deutscher Wissenschaftler mit zwei Robben in einem eigens angelegten Planetarium mit Schwimmbecken hin. Die Tiere lernten dabei, einem Leitstern zu folgen, den die Forscher an die Decke des Planetariums projizierten.

Die Wissenschaftler trainierten die beiden Versuchstiere darauf, in einer realgetreuen Abbildung des nördlichen Sternenhimmels einem bestimmten Stern zu folgen. Mit großer Genauigkeit richteten sich die Robben an dem künstlichen Firmament aus, das die Forscher in ihren Tests nach dem Zufallsprinzip immer wieder anders ausrichteten. Mauk und seine Kollegen von den Universitäten in Bochum und Rostock vermuten daher, dass sich Robben in freier Wildbahn auf ihren Wanderungen nachts ebenfalls an den Sternen orientieren. Robben wären demnach die ersten Meeressäuger, bei denen diese Art der Orientierung bekannt ist.

Bisher hatten Forscher bei nachts ziehenden Vögeln eine solche Navigation nach den Sternen beobachtet. Die Tiere erkennen dabei nicht etwa einzelne Sterne, sondern ermitteln anhand der Rotation der Himmelskörper um den Polarstern lediglich die Nordrichtung und richten sich danach aus. Im Gegensatz dazu fanden die Robben sogar einen einzelnen, sich bewegenden Stern immer wieder ? die Navigation könnte bei den Meeressäugern daher sogar noch weiter entwickelt sein als bei den Vögeln, spekulieren die Forscher. Die Fähigkeit, aus der Lage einzelner, sich bewegender Sterne auf die Richtung zu schließen, ist bei Tieren bisher nicht bekannt. Die polynesischen Seefahrer nutzten sie, um sich ohne weitere technische Hilfsmittel auf See selbst auf weiten Strecken zu orientieren.

Björn Mauk (Universität in Odense) et al.: Animal Cognition, DOI: 10.1007/s10071-008-0156-1 ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald
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