Was Schokolade und Aspirin gemeinsam haben - wissenschaft.de
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Was Schokolade und Aspirin gemeinsam haben

Schokolade kann das Verklumpen von Blutplättchen verringern und damit das Herzinfarktrisiko senken. Schon kleine Mengen Schokolade oder Kakao können bereits einen Effekt zeigen, sagen Forscher der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, die Blutproben von Schokoladenessern und Abstinenzlern auf die Aktivität ihrer Blutplättchen hin untersuchten. Die Wissenschaftler um Diane Becker empfehlen, ungefähr zwei Teelöffel dunkle Schokolade pro Tag zu sich zu nehmen. Von größeren Mengen gewöhnlicher, heller Schokolade, die viel Fette und Zucker enthält, raten sie jedoch ab.

Die Teilnehmer der Studie gaben ihren täglichen Schokoladenverzehr mit einem Schokoriegel, einer Tasse Kakao oder ähnlichem an. Becker und ihre Kollegen stellten aus Blutproben der Probanden ein Blutplasma her, in dem die Blutplättchen noch enthalten waren. Dieses Blutplättchenplasma ließen sie durch ein mechanisches Blutgefäßsystem laufen und stoppten die Zeit, bis die Blutplättchen so weit verklumpt waren, dass sie das System aus haarfeinen Plastikröhrchen verstopften. Die Blutplättchen der Schokoladenesser verklumpten erst nach durchschnittlich 130 Sekunden, während die Blutplättchen der enthaltsamen Kontrollpersonen nach durchschnittlich 123 Sekunden das System blockierten.

Bei einem weiteren Test wurde die Aktivität der Blutplättchen anhand von Abfallprodukten im Urin, den so genannten Thromboxanen, untersucht. Auch hier konnten die Forscher eine geringere Gerinnungsaktivität bei den Probanden, die gerne Schokolade aßen, feststellen. So wies deren Urin nur etwa halb soviel Thromboxan auf. Die Wissenschaftler vergleichen die Wirkung von Schokolade auf die Aktivität der Blutplättchen mit der des Aspirin-Wirkstoffs Acetylsalicylsäure. Dieser und andere gerinnungshemmende Wirkstoffe werden in der Medizin sowohl vorbeugend gegen Verstopfungen von Blutgefäßen eingesetzt als auch in der Behandlung von Schlaganfällen, Herzinfarkten oder Durchblutungsstörungen.

Die Ergebnisse ihrer Studie zeigten, dass besonders Menschen mit einem geringfügig erhöhten Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, durch den einfachen und angenehmen Verzehr von kleinen Mengen Schokolade pro Tag dieses Risiko senken können, so die Forscher. Allerdings sollte dies nicht als alleinige vorbeugende Maßnahme verstanden werden.

Vortrag auf einer Tagung der American Heart Association, Chicago ddp/wissenschaft.de ? Sabine Keuter
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