Wassermelonen im Tank - wissenschaft.de
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Wassermelonen im Tank

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Wassermelonen sind für mehr als nur zur Erfrischung gut.
Wegen Schönheitsfehlern unverkäufliche Wassermelonen wären eine ideale Basis für die Herstellung von Ethanol als Biotreibstoff. Das sagen amerikanische Forscher und weisen darauf hin, dass bisher ein Fünftel der Ernte auf den Feldern liegenbleibt. Diese Melonen entsprechen nicht den Schönheitsstandards und finden keine Abnehmer. Das Ethanol könnte dabei sogar in einem Verfahren gewonnen werden, bei dem aus den Pflanzen zunächst in Medikamenten einsetzbare Stoffe wie Carotinoide und die Aminosäure Citrullin gewonnen werden.

Jährlich verfaulen auf den Feldern pro Hektar Anbaufläche in den USA über acht Tonnen Wassermelonen. Die Carotiniode verleihen ihnen die typische rote Farbe und die Aminosäure Citrullin wurde sogar nach der Melone benannt, die mit lateinischem Namen Citrullus lanatus heißt.Nachdem die beiden Stoffe aus dem Fruchtfleisch gewonnen worden sind, bleibt der Saft übrig, der zwischen sieben und zehn Prozent Zucker enthält. Dieser kann wie andere zuckerhaltige Flüssigkeiten mit Hilfe von Hefezellen fermentiert werden, wobei Ethanol entsteht. Der Alkohol wird als Biotreibstoff verwendet.

Die liegengebliebenen Wassermelonen könnten also fast komplett verwertet werden. Dafür müssten nicht einmal, wie dies bei anderen zur Herstellung von Bioethanol genutzten Pflanzen der Fall ist, Flächen genutzt werden, die auch zur Produktion von Nahrungsmitteln verwendet könnten ? ein wichtiger Kritikpunkt an Biotreibstoffen. Die Wassermelonen konkurrieren deshalb nicht mit anderen landwirtschaftlichen Produkten, da sie ja sowieso angepflanzt werden. Die Nutzung des anfallenden Abfalls alleine könnte zwischen 170 und 220 Liter Ethanol pro Hektar liefern, rechnen die Agrarwissenschaftler aus.

Der Wassermelonensaft kann bei der Herstellung mit anderen Rohstoffen zur Ethanolgewinnung vermischt werden. Diese sind oft zu hoch konzentriert und müssen mit Wasser verdünnt werden. Durch den Einsatz des Wassermelonensaftes mit seinem relativ niedrigen Zuckergehalt könnte über die Hälfte des bisher zur Ethanolproduktion verwendeten Trinkwassers eingespart werden. Dies fällt umso mehr ins Gewicht, als dass für weitere Schritte der Alkoholproduktion mit oder ohne Wassermelonen große Mengen an Wasser verbraucht werden.

Wayne Fisch (Universität von Oklahoma) et al.: Biotechnology for Biofuels ddp/wissenschaft.de – Martina Bisculm
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