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Wenn schon fettig, dann richtig

Bestimmte Inhaltsstoffe im Olivenöl machen Blutgefäße nach einer fettreichen Mahlzeit dehnbarer, wodurch das Blut besser zirkulieren kann. Das konnten spanische Forscher erstmals direkt in einer Studie an 21 Freiwilligen nachweisen. Verantwortlich für diese Wirkung sind die so genannten Phenole im Olivenöl: Sie sorgen dafür, dass sich Blutgefäße auch nach einem fettreichen Essen problemlos an Veränderungen des Blutflusses anpassen können. Diese Fähigkeit wird bei der Verwendung anderer Fette stark beeinträchtigt. Die positive Wirkung des Olivenöls bleibt allerdings bei einem niedrigen Phenolgehalt aus.

Olivenöl ist ein wichtiger Bestandteil der so genannten Mittelmeer-Diät, deren positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System schon seit langem bekannt ist. Welche Rolle dabei der Phenolgehalt des Öls spielt, untersuchten die Forscher nun bei fünf Männern und sechzehn Frauen mit erhöhtem Cholesterinspiegel: Sie servierten ihren Probanden an zwei Tagen dasselbe fettreiche Frühstück, bestehend aus sechzig Gramm Weißbrot mit vierzig Millilitern Olivenöl. Allerdings enthielt das Öl mit 400 ppm (parts per million) nur an einem Tag eine hohe Phenolkonzentration, am zweiten Tag betrug der Gehalt lediglich ein Fünftel dieser Menge.

Nach dem Frühstück untersuchten die Forscher über einen Zeitraum von vier Stunden, wie gut sich die Blutgefäße in den Fingern der Probanden an schnelle Änderungen des Blutflusses anpassen konnten. Sie simulierten diese Druckänderungen mithilfe einer Blutdruckmanschette. Wenn Gefäßwände nicht oder nur schwach auf derartige Änderungen im Durchfluss reagieren, gilt das als frühes Warnsignal für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Das Ergebnis war eindeutig: Der Konsum von phenolreichem Olivenöl verbesserte die Anpassungsfähigkeit der Gefäßwände an schnelle Schwankungen der Blutmenge. Kein Effekt zeigte sich dagegen nach der Einnahme von phenolarmem Öl. Die Wissenschaftler untersuchten außerdem, ob der unterschiedliche Phenolgehalt auch einen Einfluss auf bestimmte Substanzen im Blutserum hat. Dabei zeigte sich, dass phenolreiches Olivenöl die Menge an Stickstoffmonoxid erhöht ? eine Verbindung, die die Blutgefäße erweitert. Außerdem reduziert es den durch reaktive Sauerstoffverbindungen ausgelösten oxidativen Stress, der zu den Hauptursachen für Herzinfarkt zählt.

Wie sich eine fettreiche Mahlzeit auf die Blutzirkulation auswirkt, hängt also von der Art des enthaltenen Fettes ab. Nahrungsmittel wie Hamburger oder Pommes, die reich sind an anderen Fetten als Olivenöl, verschlechtern die Dehnfähigkeit der Gefäßwände und damit die Blutzirkulation. Konsumenten sollten daher nach Olivenölsorten greifen, die mit „virgin“ oder „extra virgin“ bezeichnet werden: Sie weisen den höchsten Phenolgehalt auf.

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Juan Ruano ( Universität in Cordoba) et al.: Journal of the American College of Cardiology , Bd. 46, Nr. 10, S. 1.864 ddp/wissenschaft.de ? Martina Feichter
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