Widerstand im Teebaumöl - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Gesundheit+Medizin Umwelt+Natur

Widerstand im Teebaumöl

teebaum.jpg
Aus den Blättern und Zweigspitzen des Teebaums wird ätherisches Öl gewonnen. Foto: Fir0002 / Wikipedia
Wird Teebaumöl in zu niedrigen Konzentrationen angewandt, fördert dies bei Bakterien die Bildung von Resistenzen gegen Antibiotika. Davor warnen Wissenschaftler um Ann McMahon von der Universität von Ulster in Newtownabbey, die im Labor die Wirkung des beliebten antibakteriellen pflanzlichen Mittels auf Erreger wie Staphylokokken, Kolibakterien und Salmonellen untersucht haben. Ist das Teebaumöl zu stark verdünnt, kann es die Bakterien nicht abtöten, aktiviert jedoch die Abwehrmechanismen der Erreger. Das macht die Mikroben schließlich widerstandsfähiger gegen Antibiotika.

Die Wissenschaftler setzten in ihrer Studie Kulturen von Kolibakterien, Staphylokokken und Salmonellen 72 Stunden lang Teebaumöl in Konzentrationen von 0,1 und 0,25 Prozent aus. Diese sehr niedrigen Dosen reichten bei weitem nicht aus, um die Bakterien abzutöten. Sie setzten jedoch die Empfindlichkeit der Mikroben gegenüber Antibiotika im Vergleich zu unbehandelten Bakterienkulturen merklich herab, ergab die weitere Analyse.

Wer also regelmäßig Teebaumöl in niedrigen Konzentrationen beispielsweise auf die Haut auftrage, könnte dadurch Bakterien heranzüchten, die sich nicht mehr wirkungsvoll mit Antibiotika behandeln lassen, warnen die Wissenschaftler. Sie empfehlen daher, Teebaumöl nicht in Konzentrationen von unter vier Prozent anzuwenden. Dann sei gewährleistet, dass die Bakterien durch die Inhaltsstoffe auch abgetötet werden und der Bildung resistenter Erreger nicht Vorschub geleistet wird, erklären die Mikrobiologen.

Teebaumöl ist ein pflanzliches Mittel, das Bakterien sehr wirksam abtöten kann. Es wird als Konzentrat in Fläschchen verkauft und bei Infektionen der Haut meist verdünnt aufgetragen. Das ätherische Öl ist auch in zahlreichen Hautcremes, Shampoos, Pflegemitteln, Badezusätzen und Mundwassern enthalten.

Ann McMahon (Universität von Ulster, Newtownabbey) et al.: Journal of Antimicrobial Chemotherapy, Bd. 59, S. 125 ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald
Anzeige
Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

geo|ther|misch  〈Adj.〉 die Erdwärme betreffend ● ~e Tiefenstufen Maßzahl für die Zunahme der Erdwärme, Tiefe, in der sich die Erdtemperatur um 1 °C erhöht; ... mehr

Rund|funk|sen|der  〈m. 3〉 Sy Radiosender 1 Anlage zum Senden von elektromagnetischen Wellen ... mehr

Zei|sig  〈m. 1; Zool.〉 Finkenvogel der Gattung Carduelis ● ein lockerer ~ 〈fig.; umg.〉 leichtsinniger Mensch ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige