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Wie Antidepressiva-Nebenwirkungen gestoppt werden können

Durch Antidepressiva verursachte Sexualstörungen bei Frauen können mit Sildenafil, dem Wirkstoff aus Viagra, zumindest teilweise behoben werden. Darauf deuten die Ergebnisse einer US-amerikanischen Studie mit 98 Frauen hin, die als Nebenwirkung einer Therapie gegen Depressionen unter Orgasmusproblemen oder einer verminderten sexuellen Erregbarkeit litten. Solche Sexualstörungen sind einer der Hauptgründe für einen vorzeitigen Abbruch einer Therapie mit Antidepressiva, wobei es bislang keine erfolgreichen Gegenmaßnahmen für Frauen gibt.

An der Studie nahmen 98 Frauen teil, die alle mit bestimmten Antidepressiva behandelt wurden, den sogenannten Serotonin-Wiederaufnahmehemmern. Diese Hemmstoffe sorgen für einen Anstieg des Botenstoffs Serotonin im Gehirn. Sexualstörungen treten infolge der Behandlung bei 30 bis 70 Prozent der Patienten als Nebenwirkung auf, schreiben die Forscher. In der Studie nahm eine Gruppe von Probandinnen über acht Wochen jeweils ein bis zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr Sildenafil ein, während die andere Gruppe ein wirkstofffreies Placebo bekam.

In einer Befragung nach der Studie berichteten 72 Prozent der Frauen, die das Medikament bekommen hatten, von einer Verbesserung ihres Sexuallebens. In der Kontrollgruppe waren es im Vergleich dazu nur 27 Prozent. Außer Kopfschmerzen, Hitzewellen und leichten Verdauungsproblemen traten keine Nebenwirkungen auf, berichten die Wissenschaftler.

Frauen leiden etwa doppelt so häufig unter Depressionen wie Männer, und die Sexualstörungen als Konsequenz der medikamentösen Behandlung sind bei ihnen ausgeprägter. Der Wirkstoff Sildenafil, der bisher vor allem gegen Erektionsstörungen bei Männern eingesetzt wurde, könnte hier Abhilfe schaffen, sollten sich die Ergebnisse in größeren Studien bestätigen lassen, schreiben die Forscher.

Ob der Viagra-Wirkstoff bei Frauen wirkt oder nicht, ist bislang umstritten. Frühere Untersuchungen hierzu hatten widersprüchliche Ergebnisse geliefert.

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Georg Nurnberg (Universität von New Mexiko, Albuquerque) et al.: JAMA, Bd. 300, S. 395 ddp/wissenschaft.de ? Uwe Thomanek
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