Wie bösartige Gehirntumore das Immunsystem unschädlich machen - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Gesundheit+Medizin Umwelt+Natur

Wie bösartige Gehirntumore das Immunsystem unschädlich machen

Mit welch raffinierter Zwei-Fronten-Strategie sich die aggressiven bösartigen Gehirntumore Gliome vor einer Zerstörung durch das Immunsystem schützen, haben amerikanische Forscher jetzt herausgefunden. Das Angriffsziel der Krebszellen sind dabei besondere vom Immunsystem ausgesandte Killer-T-Zellen. Das berichten Wissenschaftler vom „Cedars-Sinai Medical Center“ in Los Angeles im Fachmagazin Journal of Neuro-Oncology (Ausgabe vom 25. Juli).

Die erste Strategie der Tumorzellen reduziert die Anzahl funktionierender Killer-T-Zellen: Es erfolgt ein Angriff auf die Thymusdrüse, in der die Killerzellen heranreifen. Dadurch schrumpft die Drüse und ist nicht mehr in der Lage, ausreichend funktionierende Immunzellen freizusetzen. Die zweite Taktik der Krebszellen greift, wenn es doch einige Killerzellen bis in die Nähe des Tumors schaffen. Der Tumor aktiviert seine Nachbarn, die Endothelzellen. Diese setzen ein Eiweißmolekül frei, das zum Tod der Killerzellen führt.

Das Immunsystem besitzt zwar spezielle Abwehrzellen für diese Art Tumor, fanden die Forscher um Christopher J. Wheeler heraus. Deren Zahl wird jedoch durch die Zerstörung der Thymusdrüse schon so weit herabgesetzt, dass praktisch kein wirkungsvoller Gegenschlag des Immunsystems mehr stattfinden kann. Den Rest erledigen dann die Endothelzellen, schreiben die Mediziner.

Gliome oder Glioblastome sind Gehirntumoren, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO in die aggressivste Kategorie (IV) der Krebserkrankungen eingestuft werden. Sie wachsen extrem schnell und dringen dabei häufig in umliegendes Hirngewebe ein. Besonders in fortgeschrittenen Stadien gelten sie als praktisch unheilbar.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
Anzeige
Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

bb  〈n.; Mus.〉 Doppel–b, Versetzungszeichen, das den folgenden Ton um zwei Halbtöne erniedrigt

Pi|a|nist  〈m. 16; Mus.〉 an der Hochschule ausgebildeter Musiker, der beruflich Klavier spielt [→ Piano ... mehr

Barsch  〈m. 1; Zool.〉 1 Angehöriger einer Ordnung der heutigen Knochen– bzw. Grätenfische: Perciformes 2 〈i. e. S.〉 Süßwasserbewohner: Percidae ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige