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Wie die Hörner von Nashörnern schön spitz bleiben

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Der harte Kern im Horn der Breitmaulnashörner (hier auf der computertomographischen Aufnahme eines Horns in Rot zu erkennen) erhält die spitze und markante Form. Bild: Ryan Ridgely, Ohio University
Die Hörner von Nashörnern sind aufgebaut wie Bleistifte: Sie haben einen harten Kern und ein weicheres Äußeres. Dadurch behalten sie trotz der starken Beanspruchung, der sie häufig ausgesetzt sind, ihre spitze und markante Form. Das haben Tobin Hieronymus von der Universität von Ohio in Athens und seine Kollegen bei Untersuchungen mit einem Computertomographen und unter dem Mikroskop herausgefunden.

Für ihre Tests durchleuchteten die Wissenschaftler die Köpfe von Breitmaulnashörnern, die in Zoos gelebt hatten und eines natürlichen Todes gestorben waren. Neben Keratin ? dem Stoff, aus dem der Körper auch Haare oder Fingernägel bildet ? entdeckten die Forscher Kalziumverbindungen und Melanin in den Hörnern der Tiere. Das Kalzium dient dabei der Verstärkung, während das Melanin vor der UV-Strahlung der Sonne schützt, die das Material im Lauf der Zeit schwach und brüchig machen würde.

Im Innern der Hörner wiesen die Wissenschaftler regelmäßige Strukturen nach, die darauf hindeuten, dass sich die Hörner in regelmäßigen Zyklen aufbauen ähnlich wie die Jahresringe eines Baumes. Die Materialien sind dabei so geschichtet, dass die typische Form der Hörner entsteht und das Horn trotz der Belastung immer spitz bleibt. Die Hörner von Rhinozerossen sind damit ähnlich aufgebaut wie die Hufe von Pferden, die Panzer von Schildkröten oder die Schnäbel von Papageien. Damit sei auch die Vermutung widerlegt, die Hörner hätten sich ursprünglich einmal aus Haaren entwickelt, erklären die Wissenschaftler.

Die Forscher hoffen, mit ihrer Studie zum Schutz der Nashörner beitragen zu können. Gerade wegen ihres Horn sind die Großtiere gefährdet: Im Jemen sind die Hörner als Messergriffe wichtige Statussymbole, während in Ostasien aus dem Horn gewonnene Pulver als Wundermittel gegen verschiedene Krankheiten gilt.

Tobin Hieronymus (Universität von Ohio in Athens) et al.: Journal of Morphology, Bd. 267, S. 1172 ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald
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