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Wie Duftstoffe Leben retten ? zumindest bei Sinnesnervenzellen

In der Nase überleben nur die Riechzellen über längere Zeit, die auch tatsächlich gebraucht werden: Trifft ein Duftstoff auf für ihn spezialisierte Riechzellen, löst er eine Kette von Reaktionen aus, die das Weiterleben der Zelle garantieren. Während nicht benötigte Riechzellen immer wieder absterben und durch frische Zellen ersetzt werden, gewährleistet der Schutzmechanismus, dass beispielsweise eine einmal erworbene Sensibilisierung nicht verloren geht. Das berichten William Watt von der Washington-Universität in Seattle und seine Kollegen in der Fachzeitschrift Neuron (Bd. 41, S. 955).

Wenn Tiere bestimmte Gerüche immer wieder wahrnehmen, wird ihre Nase im Lauf der Zeit immer empfindlicher für diese Duftstoffe. Da die für das Riechen zuständigen Nervenzellen jedoch ? genau wie viele andere Körperzellen ? eigentlich nur eine begrenzte Lebensdauer haben und danach durch neue, jüngere Zellen ersetzt werden, haben Wissenschaftler bislang gerätselt, wie die Tiere eine solche Sensibilisierung aufrecht erhalten.

Der Schlüssel sind die Duftstoffe, mit denen die Tiere immer wieder in Kontakt kommen, entdeckten nun Watt und seine Kollegen. Docken diese an die passenden Schlossmoleküle, Rezeptoren genannt, auf der Oberfläche der Sinnesnervenzellen an, löst das einen bestimmten Signalweg im Inneren der Zelle aus. Dieser Signalweg stoppt dann das zelluläre Selbstmordprogramm und verlängert somit das Leben der jeweiligen Riechzelle.

Dadurch können sich die Riechzellen flexibel und dauerhaft an die Sinnesinformationen in einer bestimmten Umgebung anpassen, schreiben die Forscher. Da jetzt bekannt sei, welcher Signalweg das Überleben der Zellen sichere, könne möglicherweise auch das Absterben von Riechzellen durch Schnupfen, Kopfverletzungen, bestimmte Medikamente oder auch neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson verhindert werden.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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