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Umwelt+Natur

Wie Frösche im Sommer cool bleiben

Manche Frösche laufen im Sommer sozusagen auf Sparflamme: Genau wie andere Tiere im Winterschlaf fahren sie in einem „Sommerschlaf“ ihren Stoffwechsel herunter. Gleichzeitig schrumpft ihr Darm um fast die Hälfte, hat der amerikanische Biologe Stephen Secor nachgewiesen. Die Tiere sparen dadurch während der langen nahrungsarmen und heißen Zeit Energie. Gibt es wieder Nahrung, verdoppelt sich die Größe des Darms nahezu. Die Frösche gleichen darin den so genannten „Sitz-und-Warte-Schlangen“ wie der Todesotter, erklärt der Biologe von der Universität von Kalifornien in Los Angeles. Auch bei diesen Tieren nimmt die Darmmasse in der Zeit, in der sie auf Beute warten, stark ab.

Einige Frosch- und Krötenarten wie der Schmuckhornfrosch (Ceratophrys ornata) oder der afrikanische Ochsenfrosch (Pyxicephalus adspersus) überdauern den heißen Sommer ihrer südlichen Gefilde, indem sie sich unter der Erde verkriechen. Erst wenn die Regenzeit einsetzt, kommen sie heraus und beginnen nach langer Fastenzeit wieder zu fressen. Um herauszufinden, wie sich das Fasten auf den Stoffwechsel der Tiere auswirkt, verglich Secor sommerschläfrige Froscharten mit ihren auch sommertags munteren Verwandten.

Alle Frösche wurden zuerst auf eine zweiwöchige Nulldiät gesetzt, bevor sie neugeborene Ratten zu fressen bekamen. Bei den Fröschen, die den Sommer untertage verbringen, schwoll der Darm nach dem Mahl auf die doppelte Größe an, und die Nährstoffaufnahme stieg um das Sechs- bis Zehnfache. Die Darmmasse ihrer auch im Sommer aktiven Verwandten wuchs dagegen nur um etwa die Hälfte an, und es wurden rund 70 Prozent mehr Nährstoffe aufgenommen.

In einem zweiten Versuch versetzte Secor sommerschlafende Frösche in einen künstlichen Schlaf. Nach einem Monat war ihre Darmmasse um 44 Prozent geschrumpft und die Nährstoffaufnahme um 60 Prozent zurückgegangen. Durch das Anpassen ihrer Darmgröße an nahrungsarme Zeiten sparen die Frösche ? ebenso wie manche Schlangenarten ? Energie, erklärt Secor. Die Tiere können damit deutlich längere Perioden ohne Nahrung überstehen.

Stephen Secor (UCLA): Journal of Experimental Biology, Bd. 208, S. 2595

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ddp/wissenschaft.de ? Stefanie Offermann
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