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Wie Käse, Chips und Co den Hunger austricksen

Bei einer fettreichen Ernährung werden Sättigungssignale leichter „überhört“: Ratten, die kalorienreiche Nahrung erhalten, nehmen nach der Injektion eines körpereigenen Sättigungshormons nach wie vor die gleiche Nahrungsmenge zu sich. Fettarm ernährte Ratten fressen dagegen deutlich weniger, haben zwei amerikanische Forscher entdeckt.

Die Versuchsratten von Mihai Covasa und David Savastano von der Pennsylvania State University in University Park hatten drei Stunden am Tag Zugang zu einem kalorien- und fettreichen Snack, den die Tiere besonders gerne mögen. Ratten, die während der übrigen Zeit des Tages fettreiche Nahrung bekamen, nahmen 40 Prozent mehr von der Leckerei zu sich als Ratten, die fettarmes Futter erhielten. Wurde den Tieren das Hormon Cholecystokinin ( CCK) verabreicht, verleidete dies den fettarm ernährten Ratten den Appetit: Sie naschten deutlich weniger als zuvor. Bei Ratten mit fettreicher Ernährung hatte CCK dagegen keinen Einfluss auf das Fressverhalten ? sie langten nach wie vor mit dem gleichen Appetit zu.

CCK wird normalerweise vom Dünndarm produziert, wenn Fett oder Eiweiß aufgenommen werden. Es signalisiert dem Gehirn Sättigung und veranlasst Menschen wie Tiere dazu, mit dem Essen aufzuhören. Aus früheren Studien ist bekannt, dass überernährte Menschen mehr CCK im Blut haben. Ihr Körper reagiert jedoch weniger sensibel auf das Hormon, was dazu führt, dass sie häufiger Hunger haben und sich weniger leicht satt fühlen ? und letzten Endes mehr essen.

Die Ergebnisse der Tierstudie deuten darauf hin, dass langfristige fettreiche Ernährung zu mehr Appetit auf wohlschmeckende, kalorienreiche Speisen führen könne, sagt Covasa. Dies sei die erste Untersuchung, die dies mit einer geringen Empfindlichkeit für CCK in Zusammenhang bringe. Im Gegensatz zum Menschen wurden die Versuchsratten allerdings trotz der hohen Fettmenge nicht dicker. „Ratten sind berüchtigt dafür, dass sie ihr Körpergewicht stets beibehalten“, sagt Covasa. Wenn die Tiere mehr von dem fettreichen Snack genascht hatten, fraßen sie dafür während des restlichen Tages weniger Rattenfutter.

Mihai Covasa und David Savastano ( Pennsylvania State University, University Park): Journal of Nutrition, Bd. 135, S. 1953

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ddp/wissenschaft.de ? Christine Amrhein
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