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Wie Stress Asthmaanfälle verstärkt

Warum Asthmatiker in Stresssituationen heftigere Anfälle bekommen, haben jetzt amerikanische Wissenschaftler in einer Studie herausgefunden. Die wichtigste Rolle spielen dabei zwei Gehirnregionen, die während des Anfalles die Verarbeitung von Emotionen mit Informationen über die Körperfunktionen verbinden. So führte allein das Betrachten von Wörtern wie „keuchen“ bei Testpersonen während eines Asthmaanfalls zu einer stärkeren Aktivierung dieser Gehirnregionen und damit zu heftigeren Symptomen.

Viele chronische Erkrankungen wie Asthma, bei denen die Regulierung von Entzündungsreaktionen gestört ist, sind häufig durch Stress und Emotionen beeinflussbar. In ihrer Studie konfrontierten die Wissenschaftler daher sechs an Asthma erkrankte Probanden mit Pflanzen- oder Hausstaubmilbenextrakten, um einen Asthmaanfall auszulösen. Dann wurden ihnen Wörter aus drei verschiedenen Kategorien präsentiert, die mehr oder weniger starke Emotionen wecken sollten: Neutrale Wörter wie „Vorhänge“, negativ bewertete Wörter wie „Einsamkeit“ und schließlich direkt mit Asthma verbundene Begriffe wie „keuchen“.

Die mit Asthma assoziierten Wörter lösten bei den Probanden Stress aus und führten zu stärkeren Asthmasymptomen. Das stellten die Forscher durch Untersuchung der Lungenfunktion und des beim Husten abgegeben Sekrets, des Sputums, fest. Die Messung der Gehirnaktivität ergab, dass dabei zwei Gehirnregionen besonders aktiv waren: Der so genannten vordere cinguläre Cortex (ACC) und die Insula.

Diese Regionen stellen die Verbindung zwischen der Steuerung der entzündlichen Reaktionen und den Emotionen her, erklären die Forscher. Sie sind an der Übermittelung von Informationen über Körperfunktionen wie Atemnot oder Schmerz beteiligt und eng mit Regionen verbunden, die emotionale Informationen verarbeiten. Die Forscher vermuten, dass diese Regionen bei Asthmatikern auf emotionale und körperliche Signale überreagieren und so die heftigen Reaktionen verursachen. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse sollen nun neue Therapiemöglichkeiten für Krankheiten, die durch Stress beeinflussbar sind, entwickelt werden.

Melissa Rosenkranz (Universität von Wisconsin, Madison ) et al.: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung doi: 10.1073/pnas.0504365102

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