Wie viele Amseln sind noch da? - wissenschaft.de
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Umwelt+Natur

Wie viele Amseln sind noch da?

Stunde der Wintervögel
Die Amsel steht bei der diesjährigen Vogelzählung besonders im Fokus. (Foto: NABU/ Mike Lane/ fotolia)

Wie sehr haben die Amseln unter der grassierenden Usutu-Epidemie gelitten? Und welche Spuren hat der trockene Sommer in unserer Vogelwelt hinterlassen? Antworten auf diese Fragen soll am Wochenende die bereits neunte „Stunde der Wintervögel“ liefern. Jedermann ist aufgefordert, bei der alljährlichen Vogelzählung mitzumachen – und damit einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz zu leisten.

Wer sich für das neue Jahr vorgenommen hat, etwas für den Naturschutz zu tun, kann diesen guten Vorsatz bereits am Wochenende in die Tat umsetzen. Denn vom 4. bis 6. Januar findet wieder die traditionelle „Stunde der Wintervögel“ statt. Wie in den vergangenen Jahren ruft der Naturschutzbund NABU Menschen in ganz Deutschland dazu auf, Ausschau nach Piepmätzen in ihrer Umgebung zu halten – ob auf dem Balkon, im Garten oder im Park.

Es gilt, von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus eine Stunde lang Vögel zu zählen. Dabei wird von jeder Art die höchste Zahl von Vögeln notiert, die sich während dieses Zeitraums gleichzeitig beobachten lassen. Die Ergebnisse können anschließend bis zum 15. Januar online unter www.stundederwintervoegel.de gemeldet werden. Am Samstag und Sonntag ist zudem eine telefonische Meldung unter folgender kostenloser Rufnummer möglich: 0800-1157-115.

Amsel und Grünfink im Blick

„Mit besonderer Spannung erwarten wir in diesem Jahr die Ergebnisse für die Amsel, auf die die Usutu-Epidemie des vergangenen Sommers eine große Auswirkung haben könnte“, berichtet NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „2018 trat die für Amseln tödliche Viruserkrankung erstmals fast deutschlandweit auf und hat vor allem in Norddeutschland zu einem regelrechten Massensterben geführt.“

Neben den Drosseln machen den Naturschützern aber auch die Grünfinken Sorgen: „2018 konnten nur noch etwa 45 Prozent des Bestandes von 2013 festgestellt werden. Hauptgrund ist das Grünfinkensterben, das durch den Parasiten Trichomonas gallinae ausgelöst wird. Hier erwarten wir leider, dass sich der Negativtrend fortsetzt“, sagt NABU-Vogelexperte Lars Lachmann.

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Hitze mit Folgen?

Darüber hinaus soll die bundesweite Zählung erste Erkenntnisse darüber liefern, inwiefern sich die Hitze und Trockenheit des vergangenen Jahrhundertsommers auf die heimischen Vögel ausgewirkt haben. „Bisher können wir mangels Daten nur darüber spekulieren“, sagt Miller.

Je mehr Naturfreunde an der „Stunde der Wintervögel“ teilnehmen, desto wertvoller werden die Ergebnisse. Bei der letzten Mitmachaktion im Januar 2018 beteiligten sich über 136.000 Menschen und halfen somit dabei, schleichende Veränderungen in der Vogelwelt festzustellen. Auf Platz eins der häufigsten Wintervögel in Deutschland landete damals der Haussperling – gefolgt von Kohl- und Blaumeise.

Quelle: NABU

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