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Umwelt+Natur

Wieder mehr Antilopen in Tibet

Es gibt wieder mehr Antilopen auf den Hochplateaus Tibets. In den letzten zehn Jahren stieg die Zahl der Tibetantilope und anderer Wildtiere im Chang Tang Reservat im Tibetanischen Hochland deutlich an. Der Erfolg ist wahrscheinlich auf verbesserte Kontrollen und verstärktes öffentliches Bewusstsein zurückzuführen, berichtet die Wildlife Conservation Society.

Untersuchungen des Biologen George Schaller zufolge hat sich die Anzahl der Tibetantilopen in den letzten zehn Jahren von knapp 4.000 auf fast 6.000 Tiere erhöht. Wilderer jagten die Antilopen wegen ihrer Wolle, die zu Shahtoosh-Schals weiterverarbeitet und so illegal nach Europa und in die USA verkauft wird. Auch die Populationen von Gazellen, Wildeseln und Yaks erholten sich merklich. Dabei stieg beispielsweise die Zahl der Yaks von 13 Tieren auf mehr als 187 an.

Der Schutz wild lebender Tiere wurde seit der Gründung des Reservats im Jahre 1993 deutlich verbessert. Patrouillen suchen nun nach Wilderern, Gewehre werden beschlagnahmt und die Aufklärung unter den Nomaden und Beamten hat ein öffentliches Bewusstsein für die Wildarten geschafft.

Trotzdem warnt Schaller, dass es bei stabilen oder sogar zunehmenden Wildpopulationen ohne effektives Management zu verstärkten Konflikten mit der wachsenden einheimischen Bevölkerung kommen könne. Weil wilde Yaks manchmal während der Brunft Menschen angreifen, werden sie oft erschossen. Dies ließe sich größtenteils durch Aufklärungskampagnen verhindern, die den Leuten nahebringt während der Paarungszeit der Yaks eine sichere Distanz zu den Tieren einzuhalten. Auch die Zerstörung von Zäunen durch Wildeselgruppen könne auf einfache Weise verhindert werden: durch daran gebundene Plastik- oder Stoffstreifen. Das hielte die Esel von den Zäunen fern, meint Schaller.

Eine kompliziertere Angelegenheit ist die Konkurrenz der wilden Esel mit ihren gezüchteten Verwandten. Diese Thematik soll nun in einer Studie genauer untersucht werden. Die Wildlife Conservation Society möchte zur besseren Umsetzung von Schutzmaßnahmen in Zukunft enger mit der Tibetanischen Abteilung für Forstwesen zusammen arbeiten.

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Christine Harbig
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