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Wissenschaftler entdecken Asthma-Gen

Ein internationales Forscherteam hat eine Genvariante entdeckt, die für die Entstehung von Asthma bei Kindern mitverantwortlich ist. Kinder mit dieser Variante hatten ein sechzig bis siebzig Prozent höheres Risiko, an Asthma zu erkranken. Was genau die Funktion der beteiligten Gene ist und wie diese sich auf die chronische Erkrankung der Atemwege auswirken, wissen die Wissenschaftler noch nicht. Sie hoffen jedoch, dass mithilfe der Entdeckung neue Behandlungsansätze für die Krankheit entwickelt werden können.

Die Wissenschaftler stützen ihre Ergebnisse auf Genanalysen von mehr als zweitausend Kindern, von denen knapp tausend an Asthma litten. Die Forscher untersuchten bei den Kindern Mutationen in den genetischen Bausteinen und analysierten die Ausprägung bestimmter Gene in den Blutzellen der Kinder. Dabei stießen sie auf den Zusammenhang zwischen der Ausprägung eines Gens namens ORMDL3 und dem Asthmarisiko. Dieses Gen gehört zu einer Genfamilie, die nach bisherigen Erkenntnissen bei der Bildung von bestimmten Bausteinen in den Membranen der Zelle eine Rolle spielt. Völlig unklar ist, warum es sich auf das Asthmarisiko auswirkt.

Ähnliche Gene seien bereits in primitiven Organismen wie der Hefe gefunden worden, erläutert William Cookson, einer der beteiligten Wissenschaftler. Er vermutet, dass ORMDL3 Teil eines sehr ursprünglichen Mechanismus der Immunabwehr ist. Direkt Teil einer allergischen Reaktion sei es jedoch nicht. Da das Gen bei Asthmatikern besonders aktiv ist, könnte es ein neuer Ansatzpunkt für Therapien gegen die Krankheit oder für die Vorbeugung sein, hoffen die Forscher. Dazu müssten jedoch in weiteren Studien die genaueren Zusammenhänge geklärt werden.

Asthma entsteht aus einem bisher noch nicht im Detail verstandenen Zusammenspiel von Auslösern aus der Umwelt und genetischen Faktoren. Wissenschaftler hatten in der Vergangenheit immer wieder Vermutungen über bestimmte Gene angestellt, die für den genetischen Einfluss verantwortlich sein könnten. Mit ihrer Studie hätten die Forscher den bisher stärksten bekannten Effekt eines Gens auf die Erkrankung beobachtet, erklärt Cookson.

Miriam Moffatt (Imperial College, London), Michael Kabesch (Ludwig-Maximilian-Universität, München), Liming Liang (Universität von Michigan, Ann Arbor) et al.: Nature (DOI: 10.1038/nature06014). ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald
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