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Umwelt+Natur

Wo die Ozeane noch unberührt sind

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Je dunkler die Farbe, desto stärker ist die Meeresregion vom menschlichen Handeln beeinflusst. Karte: Benjamin Halpern
Der Zustand der Weltmeere ist schlecht: Rund 40 Prozent der Wasserfläche aller Gewässer sind bereits durch menschliche Aktivitäten negativ beeinflusst. Dazu zählen Verschmutzung, die Fischerei und der vom Menschen verursachte Klimawandel. Das zeigt eine Weltkarte, in der amerikanische Forscher um Benjamin Halpern für jeden Quadratkilometer Meer den Einfluss von 17 dieser menschlichen Aktivitäten eingetragen haben. Besonders betroffen sind die Nordsee, die östliche Karibik und das ostchinesische Meer. Lediglich vier Prozent der Meere in der Nähe der Pole sind noch nahezu unversehrt. Der Atlas soll dem Natur- und Umweltschutz helfen, Prioritäten zu setzen.

Der Atlas des menschlichen Einflusses auf die Weltmeere entstand durch Überblenden mehrerer Karten. Zunächst unterteilten die Forscher die Meeresgebiete in Ökosysteme. Sie unterschieden zwanzig verschiedene Varianten, darunter Steinriffe, Korallenriffe, Seegrasbereiche und Seeberge. Dann analysierten sie, wie stark 17 verschiedene menschliche Einflüsse oder Eingriffe auf die Ökosysteme einwirken. Dazu zählten beispielsweise chemische Verschmutzungen, Überdüngung mit Nährstoffen, Temperaturanstieg und Versauerung durch den Klimawandel, Fischerei und Schifffahrt. Heraus kam eine Karte, die in einer sechsstufigen Farbskala von sehr gering bis sehr hoch den menschlichen Einfluss illustriert. Die Auflösung der Karte liegt bei einem Quadratkilometer.

Zu den besonders betroffenen Regionen zählt die Nordsee, insbesondere nordöstlich von Großbritannien und entlang der norwegischen Küste. Auch der Ärmelkanal ist stark beeinträchtigt. Menschliche Aktivitäten setzen zudem der östlichen Karibik, dem Mittelmeer, dem Roten Meer, dem Persischen Golf sowie dem ostchinesischen Meer und dem Japanischen Meer stark zu. Entspannt sieht die Lage in einem schmalen Streifen um die Antarktis, im Nordpolarmeer und an der Nordküste von Australien aus.

Die Forscher betrachten den Atlas als Grundlage zum Schutz der Meere und von Planung oder Stopp wirtschaftlicher Aktivitäten. Die Menschen werden die Ozeane immer für ihre Bedürfnisse nutzen, sagt Halpern. Es sollte aber auf eine nachhaltige Art und Weise geschehen, damit die Ozeane und ihre vielfältigen Ökosysteme erhalten bleiben.

Benjamin Halpern (National Center for Ecological Analysis and Synthesis, Santa Barbara): Beitrag auf dem Jahrestreffen der AAAS Benjamin Halpern et al.: Science, Band 319, S. 948 ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer
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