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Woran die Menschen in den nächsten Jahren sterben werden

Todesfälle durch Tabakkonsum und Herzkrankheiten werden in den kommenden Jahrzehnten weltweit zunehmen, während die meisten übertragbaren Krankheiten als Todesursachen an Stellenwert verlieren. Die Zahl der Aids-Toten wird hingegen weiterhin ansteigen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), für die Colin Mathers und Dejan Loncar die weltweite Entwicklung der Todesursachen bis zum Jahr 2030 untersuchten.

Die Berechnungen der Wissenschaftler basieren auf drei Szenarien, die von einem unterschiedlich starken Wachstum des Lebensstandards der Weltbevölkerung ausgehen. Die Lebenserwartung wird insgesamt bis zum Jahr 2030 steigen und die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren zurückgehen, ergab die Analyse für alle drei Szenarien. Während der Anteil von Krankheiten wie Krebs, Diabetes sowie Herzkrankheiten an den Todesursachen ansteigt, sinkt hingegen der Stellenwert übertragbarer Krankheiten wie Tuberkulose, Malaria oder Durchfallerkrankungen, war ein weiteres Ergebnis.

Die Ausnahme ist Aids, das in den nächsten Jahrzehnten mehr Menschen denn je das Leben kosten wird. Wie sich die Auswirkungen von Aids auf die Todesursachen genau entwickeln werden, hängt stark davon ab, wie viele Menschen Zugang zu antiviralen Medikamenten bekommen und wie weit die Präventionsprogramme gegen die Krankheit reichen. Selbst wenn jedoch bis 2012 achtzig Prozent aller Infizierten mit diesen Medikamenten behandelt werden können, wird die Zahl der Todesopfer vom Referenzjahr 2002 mit 2,8 Millionen Toten auf 6,5 Millionen im Jahr 2030 ansteigen, ergaben die Berechnungen.

Viel mehr als Aids wird jedoch künftig das Rauchen die Lebenserwartung der Weltbevölkerung beeinflussen: Bis 2015 wird der Zigarettenkonsum etwa für jeden zehnten Todesfall verantwortlich sein. Das sind fünfzig Prozent mehr als die durch Aids verursachten Todesfälle. Mit dem Wachstum der Wirtschaft steigt auch der Verkehr in den Metropolen der Welt an. Die Folge ist eine Zunahme von Verkehrstoten: Falls das Wirtschaftswachstum überdurchschnittlich hoch ausfällt, werden bis 2030 mehr Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen als durch Durchblutungsstörungen des Herzens, so die Forscher.

Colin Mathers, Dejan Loncar (World Health Organization, Genf): PLoS, Bd. 3, Nr. 11, e442 ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald
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