Zimtsterne statt Insulinspritze? - wissenschaft.de
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Zimtsterne statt Insulinspritze?

Geringe Mengen Zimt im Essen senken deutlich den Blutzuckerspiegel. Bereits eine Zimtstange im Tee kann die Insulinwerte von Diabetikern verbessern. Das berichtet Richard Anderson vom Forschungszentrum für Landwirtschaft und Ernährung in Beltsville (USA) in der Fachzeitschrift Diabetes Care (Bd. 26, S. 3215).

Anderson und sein Team hatten zufällig die Wirkung des in Zimt vorhandenen Wirkstoffs MHCP (Methylhydroxy-Chalcone-Polymer) auf den Blutzuckerspiegel entdeckt, als sie gewöhnliche Lebensmittel untersuchten. In Laborexperimenten wirkte MHCP ähnlich wie Insulin und verstärkte somit die Aufnahme von Glukose in die Zellen. Nach dieser Entdeckung analysierten die Wissenschaftler den Effekt des Zimts bei sechzig Testpersonen mit Diabetes vom Typ 2 in Pakistan. Menschen mit dieser Form von Diabetes können zwar Insulin produzieren, der Körper reagiert jedoch nicht mehr empfindlich darauf.

Nach vierzig Tagen hatten die Diabetiker, die täglich ein paar Gramm Zimt einnahmen, bis zu zwanzig Prozent geringere Blutzuckerwerte als die Kontrollgruppe. Bei einigen verschwanden sogar die Symptome der Krankheit. Diese kehrten jedoch zurück, als die Zimttherapie eingestellt wurde. MHCP senkte nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern auch den Fettanteil und die Cholesterinmenge im Blut.

Die Forscher empfehlen Diabetikern daher, täglich bis zu sechs Gramm gemahlenen Zimt gesunden Nahrungsmitteln beizufügen. In künftigen Studien wollen sie die langfristige Wirkung von Zimt auf den Blutzuckerspiegel bestimmen.

ddp/bdw ? Sandra Saladin
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