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Zu enge Familienbande unter skandinavischen Wölfen

Die Wölfe in Norwegen und Schweden werden durch Inzucht wieder aussterben, wenn nicht erneut Tiere aus Finnland einwandern und sich mit ihnen fortpflanzen. Das ist das Ergebnis einer Studie schwedischer und norwegischer Wissenschaftler. Die etwa hundert heute im Grenzgebiet der beiden skandinavischen Staaten lebenden Wölfe stammen von nur drei Wölfen ab, die Anfang der 80er Jahre aus Finnland eingewandert waren. Über ihre Untersuchung berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society: Biology Letters (Online-Vorabveröffentlichung, DOI:10.1098/rsbl.2004.0266).

Bei den untersuchten Tieren handelt es sich um die erste neue Population von Wölfen (Canis lupus), nachdem diese Ende der 60er Jahre in dieser Region ausgestorben waren. Das Forscherteam um Olof Liberg von der agrarwissenschaftlichen Universität in Riddarhyttan (Schweden) verfolgte die Entwicklung dieses Bestandes von 1983 bis 2002 und fertigte einen Stammbaum für 24 der insgesamt 28 Paare im fortpflanzungsfähigen Alter an. Diese Abstammungsverhältnisse ermittelten die Wissenschaftler dabei mithilfe einer Kombination aus Feldversuchen und DNA-Analysen.

Den Stammbaum verglichen die Forscher mit Daten, die sie bei verschiedenen Feldversuchen mit den Wölfen sammelten. Außerdem zählten sie, wie viele Jungtiere eines Wurfes ihren ersten Winter überlebten. Liberg und seine Kollegen stellten fest, dass sich diese Anzahl deutlich verringert, je stärker der Wurf von Inzucht betroffen ist.

Libergs Studie zeigt, dass die skandinavischen Wölfe vom Aussterben bedroht sind, sofern sich ihre genetische Vielfalt nicht erhöht. Dazu müssen sie neues genetisches Material von außerhalb erhalten. Der nächste stabile Wolfsbestand befindet sich jedoch etwa 900 Kilometer entfernt im Grenzgebiet von Russland und Finnland. Da aber in den vergangenen 13 Jahren kein Wolf mehr von dort in das zentrale Südskandinavien einwanderte, scheint eine natürliche Erholung der Wolfspopulation in Skandinavien eher unwahrscheinlich, schreiben die Forscher.

ddp/wissenschaft.de ? Sonja Huhndorf
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