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Zur Partnerin: Immer der Nase nach!

Männliche Fische riechen, ob die Weibchen empfängnisbereit sind oder nicht. Das haben portugiesische Forscher bei Untersuchungen mit der Buntbarschgattung Tilapia herausgefunden. Weibliche Tilapias, die noch nicht gelaicht haben, lassen sehr wahrscheinlich mit dem Urin oder den Fäkalien Geruchsstoffe wie Steroide und Prostaglandine ins Wasser, welche die Geruchsnerven der Männchen anregen. Weitere Studien sollen diese Stoffe genauer identifizieren.

Tilapias leben in den warmen Gewässern Afrikas und des Jordans. Einige Vertreter dieser Gattung werden auch als „Petrus-Fische“ bezeichnet. Für ihre Arbeit untersuchten die Wissenschaftler, ob der Geruch der weiblichen Körperflüssigkeiten oder des Wassers, in dem die Tiere leben, die Geruchsrezeptoren der Männchen anregt und bei ihnen ein Balzverhalten auslöst. Um die Reaktion der Geruchsrezeptoren der Männchen zu messen, setzten die Forscher Elektroden in die Nasenlöcher der männlichen Tilapias ein.

Das Blutplasma und die Galle der Weibchen aktivierten die Geruchsrezeptoren der Männchen sehr stark, und zwar unabhängig davon, ob die Tilapiaweibchen bereits abgelaicht hatten oder nicht. Hingegen reagierten die Männchen deutlich stärker auf das Wasser sowie den Urin und die Fäkalien von Weibchen, die noch nicht gelaicht hatten, als auf die Ausscheidungen von Weibchen, die ihren Laich bereits abgelegt hatten.

Auffallend war, dass die männlichen Tilapias in der Nähe von Weibchen, die noch nicht abgelaicht hatten, viel häufiger als üblich urinierten, schreiben die Forscher. Auch zeigten die Männchen in dieser Situation öfter das für diese Fische typische Balzverhalten mit Nestbau, Zittern und Umkreisen des Weibchens. Waren hingegen Weibchen vorhanden, die bereits abgelaicht hatten, veränderten die Männchen ihr Verhalten nicht. Männchen mit fehlendem Geruchssinn verhielten sich gleich bei empfängnisbereiten Weibchen und solchen, die bereits abgelaicht hatten, stellten die Forscher fest.

Adelino Canàrio ( Universität der Algarve, Faro) et al.: Journal of Experimental Biology, Bd. 208, S. 2037

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