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Umwelt+Natur

Zurück zu den Wurzeln

Die Weibchen der Mississippi-Höckerschildkröte kehren als Erwachsene immer wieder an ihren Geburtsort zurück. Selbst über Distanzen von mehreren Kilometern finden die Süßwasserschildkröten das Ufer, an dem sie einst selbst geschlüpft sind. Das haben amerikanische Biologen herausgefunden.

Bei Wasser schildkröten schlüpfen oft nur zehn Prozent des Nachwuchses, weil die Eier überflutet werden, austrocknen oder von anderen Tieren gefressen werden. Die Weibchen fast aller Schildkrötenarten verlassen nach der Eiablage ihre Nachkommen. Sie wissen also nicht, ob und wie viele ihrer Jungtiere schlüpfen. Kehren die erwachsenen Weibchen jedoch an ihren Geburtsort zurück, legen sie ihre Eier an einem Ufer ab, an dem sich früher bereits erfolgreich Jungtiere entwickelt haben.

Diese Strategie verfolgen die Schildkröten konsequent, stellten die Forscher um Steven Freedberg fest, als sie das Nistverhalten sowie die Gene von 290 Exemplaren der Mississippi- Höckerschildkröte Graptemys kohnii untersuchten. Sogar wenn die Forscher die Schildkröten nach dem Fangen sechs Kilometer weit entfernt wieder aussetzten, fanden die Weibchen ihren Geburtsort wieder. Verwandte Weibchen legten ihre Eier dabei nahe beieinander ab, zeigten die genetischen Untersuchungen.

Bei Süßwasserschildkröten wird das Geschlecht durch Umweltfaktoren bestimmt. So bestimmt die Temperatur während des ersten Drittels der Eientwicklung, ob aus den Eiern Männchen oder Weibchen schlüpfen. Zwischen dem Geschlechterverhältnis der Süßwasserschildkröten und ihrem Nistverhalten gibt es wahrscheinlich einen Zusammenhang, vermuten die Biologen aus dieser und einer früheren Studie. Letztere zeigte nämlich, dass bevorzugt weibliche Nachkommen entstehen, wenn die Weibchen für die Eiablage ihrem Geburtsort treu sind.

Steven Freedberg ( Universität von Virginia, Charlottesville) et al.: Proceedings of the Royal Society: Biological Letters, Online-Vorabveröffentlichung, doi:10.1098/rspb.2005.3080

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ddp/wissenschaft.de ? Katharina Schöbi
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