Wahrig Wissenschaftslexikon Musik - wissenschaft.de
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Wahrig Wissenschaftslexikon

Musik

Mu|sik  〈f. 20〉 1 〈urspr.〉 die Kunst der Musen, Dicht–, Tanz–, Gesangskunst usw. 2 〈heute〉 Tonkunst, die Kunst, Töne in ästhetisch befriedigender Form nacheinander (Melodie) u. nebeneinander (Harmonie) zu ordnen, rhythmisch zu gliedern u. zu einem geschlossenen Werk zusammenzufügen 3 Werke, Erzeugnisse der Tonkunst 4 Gesamtheit der Tondichtungen eines Landes, Volkes od. einer Zeit (Barock~) 5 〈selten〉 Orchester, bes. Blaskapelle ● bitte, ~! (Aufforderung an die Musikkapelle) ● einsetzen: die ~ setzte mit einem Tusch ein; ~ hören, machen; die ~ pflegen; ~ studieren; sie versteht etwas (nichts) von ~ ● alte, moderne ~; deutsche, spanische, klassische ~; ernste ~ 〈Abk.: E–Musik〉 Gesamtheit der kulturell bedeutenden musikal. Werke; Ggs Unterhaltungsmusik; gute, leichte, schwere ~; ~ liebend = musikliebend; neueatonale Musik des 20. u. 21. Jahrhunderts ● einen Text in ~ setzen; ~ im Blut haben musikalisch, musikbegabt sein; das ist ~ in den Ohren der Opposition 〈umg.〉 entspricht ihren Vorstellungen, Zielen; Veranstaltung mit ~ und Tanz; mit ~ geht alles leichter; die ~ zu einem Film, Text, Theaterstück schreiben [<lat. (ars) musica ”Tonkunst; Tonwerk; musikal. Darbietung“ <grch. mousike (techne) ”Musenkunst“]

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♦ Mi|kro|kli|ma  〈n.; –s; unz.〉 = Kleinklima (1); Ggs Makroklima ... mehr

Was ist das mit den Medien und dem Vollmond? Dass der Mond seine Phasen ändert ist ja nun wahrlich keine neue Erkenntnis. Der Wechsel von Vollmond zu Halbmond zu Neumond und zurück zum Vollmond ist ein astronomisches Phänomen das der Menschheit seit Jahrtausenden bewusst ist. Und so gut ich es auch finde wenn Astronomie in den Medien besprochen wird, so seltsam finde ich es was mittlerweile dort mit dem Mond angestellt wird.

Früher war ein Vollmond keine Schlagzeile wert. Es hat sich auch niemand dafür interessiert, wenn der Vollmond mal ein kleines bisschen heller war als üblich. Sowas kommt alle paar Monate vor, da die Bahn des Mondes um die Erde kein exakter Kreis ist sondern eine Ellipse und der Mond daher der Erde mal ein wenig näher ist und mal ein wenig ferner. Wenn der Mond am erdnächsten Punkt seiner Bahn gerade in der Vollmondphase ist, dann erscheint er besonders hell und groß. Was man aber mit freiem Auge so gut wie nicht bemerkt wenn man nicht wirklich geübt darin ist den Mond zu beobachten.

Die Bezeichnung “Supermond” für so einen Vollmond in Erdnähe ist auch kein astronomischer Fachbegriff, sondern die Erfindung eines Astrologen, der sich dieses Wort 1979 ausgedacht hat. In den letzten Jahren hat es sich aber irgendwie eingebürgert aus jedem Auftreten eines “Supermondes” eine mediale Sensation zu machen. Jedes Mal wenn der Vollmond im oder in der Nähe des erdnächsten Punktes stattfindet – was alle paar Monate vorkommt (es kann im Lauf von 413 Tagen bis zu drei “Supermonde” geben) – überschlagen sich die Nachrichten in den sozialen und Clickbait-Medien mit Hinweisen auf dieses “einmalige” Ereignis.

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Es ist nervig genug, dass ein astronomisch normales Ereignis dank astrologischer Propaganda zu einer Sensation aufgeblasen wird. Immerhin gäbe es genug wirklich spektakuläre Sachen im Universum über die man berichten könnte. Aber beim “Supermond” war noch lange nicht Schluss. Ihm ist der “Blutmond” gefolgt: Also das, was früher einmal ganz einfach “Mondfinsternis” genannt wurde. Auch dieses Ereignis kommt regelmäßig vor (grob eine totale Mondfinsternis pro Jahr) und es ist ein Ereignis, das man sich definitiv ansehen sollte, wenn man die Gelegenheit hat. Wenn der Mond in den Schatten der Erde eintritt und langsam immer dunkler wird, ist das ein spektakulärer Anblick. Unter anderem deswegen, weil er dabei nicht komplett finster wird, sondern sich dunkelrot färbt. Das liegt daran, dass ein wenig Sonnenlicht durch die Erdatmosphäre trotzdem noch in Richtung Mond gelenkt wird. Dabei wird der blaue Anteil des Lichts aber gestreut und nur der rote Anteil kommt durch. Das Resultat ist ein rötlich leuchtender Mond.

Blutmond aka “Mondfinsternis” (Bild: NASA)

Dieses Phänomen ist ebenfalls nicht neu; mittlerweile kommt aber kaum ein medialer Bericht mehr ohne das Wort “Blutmond” aus. Aus einem beeindruckenden astronomischen Phänomen ist ein mystisch-gruseliges Dingens geworden – auch hier motiviert und begleitet von Pseudowissenschaft, Weltuntergangsprophezeiung und Esoterik.

Aber selbst der “Blutmond” hat offensichtlich noch nicht gereicht. Gestern (am 19.2.2019) gab es wieder einmal einen Vollmond der im erdnächsten Punkt der Mondbahn stattgefunden hat. Aber neben der üblichen “Supermond!!!”-Hysterie haben sich die Medien diesmal etwas neues ausgedacht: Einen “Super-Wolfsmond”!

“Morgen erstrahlt der Super-Wolfsmond über Österreich” ... mehr

Geo|phyt  〈m. 16; Bot.〉 Staudenpflanze mit unterirdischen Überwinterungsorganen (Zwiebeln, Knollen, Rhizomen) [<grch. ge ... mehr

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