01.07.69 Vespasian wird Kaiser - wissenschaft.de
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01.07.69

Vespasian wird Kaiser

Im Sommer ’68 war für die Römer eine Welt zusammengebrochen: Seit Augustus hatten stets Angehörige des julisch-claudischen Hauses die Herrscher Roms gestellt, doch die Familie hatte sich in Intrigen zerfleischt. Nach Neros Tod gab es keine Nachfolger mehr. Während sich im Westen die Usurpatoren bekämpften, wartete im Osten einer ab: Vespasian. Nero hatte ihn im Jahr zuvor nach Judäa entsandt, um einen Aufstand der Juden niederzuschlagen. Diese Kämpfe erwiesen sich als äußerst schwierig, doch Vespasian war ein fähiger Militär und außerdem politisch geschickt: Sein Heer ließ er auf den neuen Kaiser Otho schwören, er selbst hielt sich bedeckt. Während der Feldherr mit seinem Sohn Titus von Erfolg zu Erfolg eilte, streckte er seine Fühler aus: Syriens Statthalter stand zu ihm, die Nachbarkönigreiche Kommagene und Emesa stellten finanzielle Hilfe in Aussicht. Als auch der Statthalter Ägyptens Vespasian in seinen Ambitionen auf den Thron bestärkte, war es entschieden: Am 1. Juli 69 rief Tiberius Julius Alexander, der Statthalter Ägyptens, Titus Flavius Vespasianus zum neuen Kaiser aus.

Als deutliches Signal nach Rom wurden sogleich die lebenswichtigen Getreidelieferungen an die Hauptstadt gestoppt. In den nächsten Monaten brach Vespasian jeden Widerstand und konnte Siege gegen die Juden verbuchen. Im Dezember dann bestätigte auch der Senat den neuen Kaiser, der nun erstmals aus dem Ritterstand stammte.

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