11.02.1889 Japan wird Nationalstaat - wissenschaft.de
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11.02.1889

Japan wird Nationalstaat

Mit der Proklamation der ersten Verfassung am 11. Februar 1889 schloss Japan eine mehrjährige Suche nach der passenden Staatsform ab. Bis dahin hatte das „Land der aufgehenden Sonne“ unter dem starken Einfluss westlicher Länder gelitten, die die kleinstaatliche und feudale Struktur des Inselreiches geschickt für sich auszunutzen verstanden. Die sogenannte
Meiji-Verfassung, benannt nach dem herrschenden Tenno Mutsuhito (Thronname Meiji), straffte die bürokratische und zentralistische Ordnung im Land. Anstelle eines Shoguns stellte die Verfassung die gottgleiche Person des Kaisers wieder ins Zentrum absoluter staatlicher Autorität. Dem Tenno unterstand die Kontrolle über den Staatshaushalt und das Militär. Seine Minister hatten sowohl die Regierungs- als auch die gesetzgebende Gewalt inne.

Lange Zeit hatten die Anhänger einer liberalen Verfassungskonzeption nach britischem Vorbild mit den Befürwortern einer autoritären Ordnung nach preußischer Art gerungen, doch schließlich setzte sich mit der Machtfülle für den Kaiser eher das preußische Vorbild durch. Die politischen Kontrahenten wurden teils gewaltsam aus dem Weg geräumt. Die Meiji-Verfassung wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg einer völligen Revision unterzogen. Seit 1947 wird nicht der Kaiser, sondern das Volk in der Präambel als Referenz aller staatlichen Souveränität genannt.

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