13.04.1829 Katholiken im Unterhaus - wissenschaft.de
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13.04.1829

Katholiken im Unterhaus

Die Wahl des Iren Daniel O’Connell in das britische Unterhaus erscheint nur auf den ersten Blick als ganz gewöhnlicher Akt der Volkssouveränität. Sein Erdrutschsieg in der irischen Grafschaft Clare 1828 barg für die Regierung in London jedoch politischen Sprengstoff. Denn O’Connell durfte zwar für einen Parlamentssitz kandidieren, doch ihn einnehmen konnte er nicht. Alle Parlamentarier mussten dazu den Suprematseid auf den König als Oberhaupt der Kirche leisten, was der katholische Rechtsanwalt ablehnte. Seit der Reformation und den Zeiten Heinrichs VIII. glaubte man, dass der Frieden im Land von der religiösen, sprich anglikanischen Einigkeit der Amtsträger abhängig sei.

Das in der Mehrzahl katholische Irland galt in dieser Hinsicht als problematisch. Nun drohten neue Tumulte, sollte O’Connell das Mandat verwehrt bleiben. Als Reaktion darauf erließ König Georg IV. auf Betreiben des Premierministers Arthur Wellesley, 1. Duke of Wellington, am 13. April 1829 den „Catholic Emancipation Act“. Das Gesetz war ein Meilenstein. Es hob die meisten zivilrechtlichen Beschränkungen auf. Fortan konnten Katholiken Abgeordnete werden sowie ihnen bislang verwehrte öffentliche Ämter übernehmen. O’Connells Kampagne gab den Anstoß für die Öffnung des britischen Parlaments für andere Konfessionen: Im Jahr 1858 nahmen die ersten Abgeordneten jüdischen Glaubens ihren Platz im Unterhaus ein.

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