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15.04.1755

Englisch-Wörterbuch erschienen

Seit Erscheinen des ersten lateinisch-englischen Wörterbuchs 1538 waren in den folgenden 150 Jahren mehr als 20 weitere Wörterbücher erschienen, zwei- oder einsprachig. Was lange Zeit fehlte, waren Beispiele für den Gebrauch des Englischen. Dabei war im Lauf des 18. Jahrhunderts das Schriftgut geradezu explodiert, auch konnten immer mehr Menschen lesen und schreiben. Es bedurfte einer Vereinheitlichung, einer wissenschaftlich erarbeiteten Richtschnur für Orthographie, Aussprache und Grammatik sowie der Definitionen für den rasant wachsenden Wortschatz. 1746 tat sich eine Gruppe Londoner Verleger zusammen und betraute den Schriftsteller Dr. Samuel Johnson mit dieser Aufgabe.

Während in der Académie française 40 Gelehrte 55 Jahre lang über ihrem „Dictionnaire“ brüteten, wollte Johnson dieselbe Aufgabe in nur drei Jahren bewältigen, quasi als Einzelkämpfer. Es wurden zwar sieben Jahre, doch das schmälert Johnsons Leistung nicht. Als am 15. April 1755 „A dictionary of the English language“ in zwei voluminösen Bänden erschien, fand der Benutzer darin über 42 000 Einträge mit je einer exakten Definition, belegt mit über 114 000 Zitaten aus der Literatur. Durchaus nicht ohne Schwächen, was Wortherkunftsangaben und Beschreibungen betraf, war es doch bis zum Erscheinen der ersten Lieferung des „Oxford English Dictionary“ 1884 das normsetzende Standardwörterbuch der englischen Sprache.

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