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15.02.1936

Autoreifen aus Buna

Für die nationalsozialistischen Machthaber war es ein Ärgernis: Der im Deutschen Reich verarbeitete natürliche Kautschuk stammte zu 98 Prozent aus Importen. Besonders abhängig war die Autoreifenherstellung, die einen Anteil von 94 Prozent Naturkautschuk benötigte. Sollte die Wirtschaft, gerade im Hinblick auf einen künftigen Krieg, autark sein, musste dringend ein Ersatzrohstoff her. Bereits Anfang der 1930er Jahre war den Wissenschaftlern der I. G. Farbenindustrie der Durchbruch gelungen. Sie hatten einen synthetischen Kautschuk entwickelt, der den Namen „Buna“ erhielt, eine Wortneuschöpfung aus Butadien und Natrium, zwei Komponenten bei der Synthese des Materials. Doch die Ersatzrohstoffwirtschaft und deren neuentwickelte Produkte waren in der Bevölkerung wegen Qualitätsmängeln gar nicht beliebt.

Die Eröffnung der Internationalen Automobil-Ausstellung in Berlin am 15. Februar 1936 sollte die Wende bringen: Es wurde erstmals ein Autoreifen aus Buna vorgestellt. Allerdings trogen auch hier die Erwartungen. Im Vergleich zu Reifen aus Naturkautschuk betrug die Laufleistung von Buna-Reifen lediglich 10 000 Kilometer im Vergleich zu den üblichen 60 000 Kilometern. Doch Buna war ein wichtiger Ersatzrohstoff, und so setzte man die Produktion fort. Die Hunderttausende Tonnen Buna, die zwischen 1939 und 1945 von der deutschen Kriegswirtschaft produziert wurden, trugen maßgeblich dazu bei, dass die Militärmaschinerie der Nazis den Krieg überhaupt so lange führen konnte.

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