17.08.1785 „Heuriger“ wird zur Institution - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

17.08.1785

„Heuriger“ wird zur Institution

Selbstgekelterten Wein und Most für eine beschränkte Zeitspanne im Jahr im eigenen Haus auszuschenken war nicht nur, aber vor allem im heutigen Österreich möglicherweise schon seit dem Frühmittelalter eine Gepflogenheit. Große und kleine Weinbauern, aber auch Klöster machten gern von diesem Gewohnheitsrecht Gebrauch. Ein Zeichen, zumeist ein Föhrenzweig, an der Tür signalisierte, dass es wieder Jungwein des jeweiligen Jahres, den „Heurigen“ (von heuer) gab. Der Ärger der Wirte in der Grafschaft Görz in den südöstlichen Alpen war entsprechend groß, als sie der ortsansässige Graf Delmetri zum Ausschank ausschließlich seiner eigenen Weine zwingen wollte. Ihre Beschwerde landete beim Kaiser.

Joseph II. gab den Klägern recht und bestimmte in einer wegweisenden Verordnung, dass selbsterzeugte Lebensmittel, darunter auch Wein und Most, „zu allen Zeiten des Jahres“ direkt verkauft und ausgeschenkt werden dürfen. Diese Verordnung machte in Österreich den „Heurigen“ zu einer festen Institution. „Heuriger“ bezeichnet den Jungwein und die Schenke, auch Buschenschank genannt, zugleich. Neben Nüssen und Brot wurden anfangs kaum Speisen angeboten, es war daher lange Zeit üblich, Mitgebrachtes zu verzehren. Allmählich etablierte sich daneben aber die „Brettljause“ als typisches Heurigengericht. Die ebenso als typisch geltende Schrammelmusik geht auf die Brüder Schrammel zurück, die im Quartett seit den 1870er Jahren mit Wiener Volksmusik durch die Heurigenschenken zogen.

Anzeige

DAMALS | Aktuelles Heft

Bildband DAMALS Galerie

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Wissenschaftslexikon

un|ter|ir|disch  〈Adj.〉 1 unter der Erde befindlich, sich abspielend (Gewölbe, Arbeiten); Ggs oberirdisch ... mehr

Har|fe  〈f. 19〉 1 〈Mus.〉 großes Zupfinstrument von etwa dreieckiger Form, dessen senkrecht stehende Saiten mit den Händen gezupft werden 2 Gerüst zum Trocknen von Gras u. Feldfrüchten ... mehr

Er|reg|bar|keit  〈f. 20; unz.〉 1 Neigung, sich schnell zu erregen 2 〈Med.〉 krankhafter Reizzustand als Ausdruck nervöser Erschöpfung ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige