17.07.1505 „Ich will ein Mönch werden!“ - wissenschaft.de
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17.07.1505

„Ich will ein Mönch werden!“

Martin Luther hatte 1505 gerade seine akademische Grundausbildung abgeschlossen und auf Wunsch seines Vaters ein Jura-Studium in Erfurt begonnen. Auf dem Rückweg in die Universitätsstadt nach einem Besuch bei den Eltern geriet er am 2. Juli bei Stotternheim in ein schweres Gewitter. Als mit ohrenbetäubendem Knall neben ihm ein Blitz einschlug, gelobte er in Todesangst: „Hilf du, heilige Anna, ich will ein Mönch werden!“ Luther kam mit dem Schrecken davon. Später würde er noch oft Bezug auf dieses Ereignis nehmen, als einen Wink Gottes, denn es veranlasste ihn, mit seinem bisherigen Leben zu brechen: Am 17. Juli 1505 leistete er seinem Gelübde Folge, brach das Jura-Studium ab und bat im Kloster der Augustiner-Eremiten in Erfurt um Aufnahme. Seine Eltern tobten vor Wut, konnten den Sohn aber nicht umstimmen. Luther wurde als Novize aufgenommen und legte nach einem Jahr der Prüfung und Unterweisung 1506 seine Profess ab. Im Jahr darauf folgte die Priesterweihe, ehe Luther ein Theologie-Studium aufnahm.

Dass der Blitzschlag bei Stotternheim – heute ein Ortsteil von Erfurt, in dem ein Denkmal an das Ereignis erinnert – allein ausschlaggebend für Luthers Klostereintritt war, ist sicher der Legende geschuldet. Luther dürfte schon länger gezweifelt haben, ob der eingeschlagene Lebensweg für ihn der richtige sei. Später, als alter Mann, würde er sagen, er sei dennoch nicht gern Mönch geworden. Da wusste er jedoch bereits, dass das Suchen, Fragen und Hadern mit seinem Klostereintritt nicht zu Ende war, sondern im Gegenteil erst begann.

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