18.10.1534 Antikatholische Plakat-Affäre - wissenschaft.de
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18.10.1534

Antikatholische Plakat-Affäre

Der französische Königshof war in Aufruhr. In der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober 1534 hatten Unbekannte nicht nur in Paris, sondern auch in Orléans, Tours und Rouen an Wänden und auf öffentlichen Plätzen antikatholische Plakate angebracht. Eines davon hing sogar an der Tür zum Schlafgemach von König Franz I. im Schloss von Amboise. Die Plakate waren direkt gegen die „papistische“ Messe gerichtet: Diese sei bloßes Brimborium, das im völligen Widerspruch zur wahren Bedeutung des Abendmahls stehe und die Welt ins Verderben stürzen werde. Papst und Klerus seien Heuchler und „reißende Wölfe“, die jeden töteten, der sich ihnen in den Weg stelle.

Franz I. starrte zornig auf das Plakat. Ein solches Machwerk an seiner Schlafzimmertür vorzufinden war für ihn Hochverrat. Für Hinweise, die zu den Verantwortlichen führten, setzte er hohe Belohnungen aus. In den Folgemonaten wurden zahlreiche Verdächtige inhaftiert, einige von ihnen hingerichtet. Auch der Buchdrucker Antoine Augereau, der die Plakate gedruckt haben sollte, starb auf dem Scheiterhaufen. Ihr Autor war wohl der protestantische Pfarrer Antoine de Marcourt, der Jahre zuvor aus Frankreich nach Neuchâtel in der Schweiz geflohen war. Franz I. kehrte nie mehr zu seiner früheren, eher versöhnlichen Haltung in der Konfessionsfrage zurück. Die Plakat-Affäre wurde zum Auslöser für eine harte und unerbittliche Politik gegenüber der „Häresie“ der Protestanten.

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