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19.01.1905

Streikhöhepunkt im Ruhrgebiet

Der „Streik von 1905“ zählt zu den größten Arbeitsniederlegungen in der Geschichte der Arbeiterbewegung. Der Anlass war eher klein und lokal, Schauplatz war einmal mehr das Ruhrgebiet. Die Weigerung der Grubenleitung der Stinnes-Zeche Bruchstraße in Bochum-Langendreer, die wenige Wochen zuvor erlassenen Arbeitszeitverlängerungen wieder zurückzunehmen, führte zum ersten Protest. Der wilde Streik weitete sich innerhalb weniger Tage rasant aus. Die Gewerkschaften versuchten noch, ihn einzudämmen: Aus ihrer Sicht hätte eine spontane Arbeitsniederlegung ohne ihr Zutun niemals stattfinden dürfen. Doch vergebens.

Am 16. Januar wurde der Generalstreik beschlossen; am 19. Januar 1905 erreichte der Arbeitskampf seinen Höhepunkt. Über 220 000 Bergleute und damit rund 87 Prozent der Untertagebelegschaft im Ruhrgebiet legten die Arbeit nieder. Ausschlaggebend für die rasche Ausbreitung waren weitergehende Forderungen, denen sich am Ende auch die Gewerkschaften nicht verschließen wollten. Die Arbeiterschaft forderte etwa eine Schicht von achteinhalb Stunden, außerdem sollten die Grubenein- und -ausfahrten als Arbeitszeit gelten. Der Arbeitskampf musste am 7. Februar abgebrochen werden – die Gewerkschaften konnten das Streikgeld nicht länger ausbezahlen. Die Grubenbesitzer wähnten sich bereits als Gewinner, doch sie hatten die Rechnung ohne Parlament und Reichsregierung gemacht: In den folgenden Monaten wurden etliche Forderungen der Arbeiterschaft in ein neues Gesetz aufgenommen.

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