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02.06.1921

Rabindranath Tagore in Berlin

Der Publikumsandrang war gewaltig; nicht alle Gäste fanden Einlass in die Aula der Friedrich-Wilhelm-Universität zu Berlin. Am 2. Juni 1921 wiederholte daher der indische Schriftsteller und Philosoph Rabindranath Tagore seinen Vortrag „The Message of the Forest“. Tagore sprach darin von einer „Welt-Universität“, an der Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergründen teilhaben könnten. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg traf Tagore mit dieser Botschaft von Völkerverständigung einen Nerv. Nicht weniger faszinierend dürfte aber auch der exotische Anblick des in Seidengewänder gehüllten Bengalen gewesen sein.

Auf seiner einmonatigen Reise durch Deutschland hinterließ Tagore nachhaltige Spuren. Sein Gedichtband „Gitanjali“, für den er als erster Nicht-Europäer 1913 den Literaturnobelpreis erhalten hatte, machte ihn zum Bestsellerautor auf dem deutschen Buchmarkt. Von der ersten Auflage verkauften sich innerhalb eines Jahres rund 67 000 Stück. Bis 1925 erschienen in Deutschland 25 seiner Bücher mit einer Gesamtauflage von über einer Million Exemplaren. Tagore stattete Deutschland zwei weitere Male einen Besuch ab, er traf mit Albert Einstein, Thomas Mann und Albert Schweitzer zusammen. Die positive Resonanz auf ihn war jedoch nicht von Dauer – nationalistische Gruppen opponierten gegen den Einfluss aus dem „Orient“. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der „Goethe Indiens“ schließlich ganz aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt.

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Suk|ku|len|te  〈f. 19; Bot.〉 Pflanze in Trockengebieten, deren Blätter, Achsen od. Wurzeln mit einem wasserspeichernden Gewebe ausgestattet sind; Sy Fettpflanze ... mehr

Ca|te|chin  〈[–çin] n. 11; meist Pl.; Chem.〉 in Pflanzen enthaltene organische Verbindung, die als Grundlage für natürliche Gerbstoffe verwendet wird [lat.]

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