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20.03.681

Papst Honorius I. verurteilt

„Wir stoßen den einstigen Papst Honorius von Rom aus der heiligen Kirche Gottes aus und belegen ihn mit dem Anathema.“ Papst Honorius I. war schon über 40 Jahre tot, als am 20. März 681 auf dem dritten Konzil von Konstantinopel dieses harte Urteil, der Kirchenbann, gefällt wurde. Die Versammelten warfen dem verstorbenen Papst vor, er habe sich, so belegten es von ihm verfasste Briefe, der Irrlehre des Monotheletismus angeschlossen. Diese Lehre geht davon aus, dass Jesus Christus eine göttliche und eine menschliche Natur hat, aber nur einen göttlichen Willen.

Die Exkommunikation eines als häretisch angesehenen Papstes geriet über die Jahrhunderte beinahe in Vergessenheit, bis sie im 15. Jahrhundert wieder ausgegraben wurde. Dabei ging es um die Frage der Unfehlbarkeit. Wie stand es um die Unfehlbarkeit, wenn es einen Fall gab, in dem ein Papst mit dem Anathema belegt worden war? Im 19. Jahrhundert wurde diese Diskussion hitziger, denn 1870 verkündete Papst Pius IX. auf dem ersten Vatikanischen Konzil das Dogma der päpstlichen Unfehlbarkeit. Im Vorfeld war von Gegnern des Dogmas auch das Anathema von 681 gegen Papst Honorius als Argument gegen das päpstliche Vorhaben vorgebracht worden. Das Konzil kam jedoch zu dem Schluss, Honorius habe die inkriminierten Briefe nicht als Papst ex cathedra, sondern als Privatmann verfasst. Somit war die päpstliche Unfehlbarkeit bewahrt.

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Schön|heits|re|pa|ra|tur  〈f. 20〉 1 kleine, dem besseren Aussehen dienende Reparatur 2 〈Rechtsw.〉 Reparatur kleinerer Schäden in Wohnräumen, die der Mieter zu tragen hat ... mehr

li|tho|phil  〈Adj.〉 bevorzugt in der Lithosphäre sich anreichernd (von chem. Elementen)

Specht  〈m. 1; Zool.〉 Angehöriger einer Familie mit Meißelschnabel ausgerüsteter, kräftiger, oft bunter Vögel, die Insekten u. deren Larven aus Baumrinde u. Holz heraushacken: Picidae ● ein ~ hämmert, klopft, pocht gegen einen Baumstamm [<mhd., ahd. speht, ... mehr

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