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24.04.1751

Scheiterhaufen für eine „Hexe“

Auch im Zeitalter der Aufklärung war der Glaube an Hexen und Dämonen noch keineswegs besiegt. Als die 63-jährige Bäuerin Anna Schnidenwindt, geborene Trutt, aus dem badischen Wyhl am 7. März 1751 ihren Kuhstall ausräuchern wollte, um eine kranke Kuh zu kurieren, setzte die Glut den Stall in Brand. Dieser entwickelte sich zu einer Feuersbrunst, die mehr als das halbe Dorf in Schutt und Asche legte. Die Dorfbewohner verdächtigten Anna Schnidenwindt der vorsätzlichen Brandstiftung. Sie und ihr Mann wurden vor den Rat in Endingen zitiert, der Anna verhaften ließ. Nachdem einige Dorfbewohner außerdem ausgesagt hatten, Anna Schnidenwindt habe ihr Vieh vergiftet, gestand diese unter der Folter, im Bund mit dem Teufel den Brand absichtlich gelegt zu haben. Sie wurde dar-aufhin am 24. April 1751 in Endingen vor Tausenden von Schaulustigen auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Das Dorf Wyhl, das damals zu Vorderösterreich gehörte, fiel unter die Jurisdiktion Kaiserin Maria Theresias. Angeblich habe diese 1740 verfügt, dass Urteile wegen Hexerei ihr persönlich vorgelegt werden müssten, doch lässt sich eine solche Verordnung erst für 1756 belegen. Im fernen Wien wusste man daher wohl nichts von der „Erzhexe und Zauberin“, die angeblich noch auf dem Weg zum Scheiterhaufen den Umstehenden Schaden zugefügt habe. Anna Schnidenwindt gehörte zu den letzten Hingerichteten der Hexenverfolgung; an sie erinnert eine Gedenktafel.

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